Freitag, 12. Oktober 2007
Ein Phantom treibt sein Unwesen. Genauer gesagt eine Phantomin, wenn man diesen Ausdruck verwenden kann. Ist schon die echte Calamity Jane ehrfurchtgebietend, jagt die gruselige Version den Menschen mehr als nur einen Schauer über den Rücken.
Die echte Calamity Jane will es sich nicht bieten lassen, dass mit ihrem Ruf Schindluder getrieben wird. Außerdem wird dieses Schauergespenst dazu verwendet, um Postkutschen zu überfallen. Für Jane ist es klar: Diese Gauner können sich warm anziehen.
Die Jagd nach dem Phantom muss sie jedoch nicht alleine bestreiten, denn auch Lucky Luke wurde mit der Suche nach einer verschwundenen Kutsche beauftragt. Die nächste Fahrt soll ein Köder sein. Lucky nimmt auf dem Kutschbock Platz, während Calamity eine schlichte Mitreisende mimen soll. Ihr Gewehr wird als Regenschirm getarnt, aber ihr Mundwerk und ihre Manieren lassen sich so leicht verstecken. So wird aus dieser Fahrt ein haarsträubendes Abenteuer mit so mancher Verwicklung, die nicht vorherzusehen war.
Lucky Luke gerade richtig zum High Noon in Hadley City zurück. Die Hochzeit des Sheriffs mit seiner Angebeteten steht bevor. Der Bestattungsunternehmer hat eine sehr schöne Zeremonie vorbereitet – denn einen Hochzeitsunternehmer gibt es nicht in Hadley City. Nur ein Ereignis trübt die Aussicht auf ein schönes Fest: Die Daltons sind erneut ausgebrochen, und haben ein Hühnchen mit dem Sheriff zu rupfen.
Hilfe ist vonnöten. Wie gut, dass Lucky Luke vor Ort ist, denn der Sheriff hat Hilfe bitter nötig. Mit seinen Schießkünsten ist es nämlich nicht mehr weit her. Ebenso schlimm: Niemand sonst im Ort ist bereit, dem alten Gesetzeshüter zu helfen.
Ein wahres Wunderwerk soll Die Brücke am ol’man river werden. Bis es freilich dazu kommen kann, müssen mannigfaltige Schwierigkeiten überwunden werden. Bisher funktionierte der Übergang über den Mississippi per Fähre. Klar, dass der Besitzer des Fährbetriebs alles andere als begeistert über den Bau der Brücke ist. So hagelt es eine Sabotage nach der anderen, und Lucky Luke hat wieder einmal alle Hände voll zu tun.
Im ersten Band dieser Zusammenfassung der Lucky-Luke-Erscheinungen von 1992 bis 1994 erzählt uns Lo Hartog van Banda ein Abenteuer mit einer Figur an Luckys Seite, die sich durch ihre Raubeinigkeit in die Herzen der Lucky-Luke-Leser gealbert hat: Calamity Jane. Dank der bewährten Cartoon-Technik von Morris ist der Auftritt von Jane ein Höhepunkt der Reihe. Lucky Luke ist zwar nett, aber neben dieser sehr ausdrucksstarken Frau (im wahrsten Sinne des Wortes) verblasst er doch sehr – aber ganz Gentleman, wie er nun einmal ist, lässt er ihr diesen Vortritt doch sehr gerne. Jedenfalls hat Van Banda diesen Band ganz auf die Wild-West-Frau zugeschnitten.
Der Humor entsteht natürlich maßgeblich dadurch, dass Jane ihre wahre Natur verschleiern muss, um nicht aufzufallen. Genau dieser Plan geht ziemlich nach hinten los. Trotz aller Tarnung kann Jane nicht aus ihrer Haut heraus. Außerdem fällt sie in der Gegenwart echter Damen sofort auf.
Ebenso ulkig ist der kleine Senator, der stets darauf bedacht ist, die Damen zu beschützen. Tapfer in der vordersten Reihe schießt er leider nicht halb so gut, wie er mutig ist. So erledigen Calamity Jane und Lucky Luke den Rest – schön zu sehen, dass Lucky durch Calamity echte Konkurrenz hat, was die Treffsicherheit anbelangt.
Nicht weniger humorvoll, dafür mit weitaus mehr Anspielungen angereichert ist die nächste Episode aus Lucky Lukes Abenteuern. High Noon in Hadley City ist eine wunderschöne Hommage an den wahrscheinlich klassischsten Western aller Zeiten: High Noon (12 Uhr mittags). Ähnlich wie der Sheriff in Hadley City stand auch Gary Cooper in seiner Rolle kurz vor seiner Hochzeit, dort mit der sehr jungen Grace Kelly. Gleichwohl setzt die Handlung um Samuel, den Sheriff, der auch mal Hilfe braucht ganz auf Komik und lässt das tragische Element außer Acht. Wenn schließlich Lucky Luke erschossen wird und sein Schatten ihm einen Trauerkranz zukommen lässt stellt sich eigentlich nur eine Frage:
Wer kann besser humorvoll erzählen? Lo Hartog van Banda aus der vorhergehenden Geschichte oder die beiden Autoren Xavier Fauche und Jean Léthurgie, die sich der Geschichte um den einsamen Sheriff angenommen haben.
Ich kann ehrlich gesagt keinen Unterschied entdecken. Alle drei Autoren gehen mit dem gleichen Elan zur Sache. Was besser gefällt, ist reine Ansichtssache.
Am ol’man river, dem alten Mann, dem Fluss, der schon Mark Twain begeisterte, spielt das letzte Abenteuer dieses Sammelbandes. Jolly Jumper, das beste Pferd der Welt (vor Fury), lässt es sich auch nicht nehmen, in einer kleinen Pause in Tom Sawyer zu lesen. Außerdem finden sich mit zwei Bootsleuten alte Bekannte aus einem alten Lucky-Abenteuer. (Am Mississippi)
Luckys Gegenspieler, ein Zigarre rauchender gedrungener Geschäftsmann, bietet alle möglichen Ideen auf, um den Bau der Brücke aufzuhalten. Fauche und Léthurgie haben sicherlich nicht jeden Witz selbst erdacht – denn anders kann ich mir die kleine Termite mit der Augenklappe nicht erklären, die Morris so liebevoll mit zwei Kumpanen in einer Schachtel abgebildet hat.
So schön kann der Wilde Westen sein: Mit alten Bekannten, einem Humor, der selbst den ältesten Gaul zum Lachen bringt (herrlich, wenn Jolly Jumper als Postkutschenpferd in die Lehre geht). Fans kommen sowieso nicht an Lucky vorbei, alle anderen, die einen intelligenten wie auch klamaukigen Humor mögen, lesen und einfach mal die Zeit verstreichen lassen.
Lucky Luke – Die Gesamtausgabe 1992 – 1994: Bei Amazon bestellen
Samstag, 04. August 2007
Lucky Luke hat einen Termin bei Mr. John. Nach einem unendlich erscheinenden Marsch durch das Herrenhaus ist Lucky bei dem reichen Mann angelangt. Die Aufgabe sieht einfach aus: Lucky soll Mr. Johns Stieftochter Gisela dabei helfen, eine starke Amerikanerin und fürsorgliche Mutter zu werden.
Zuerst kann sich der allseits beliebte Cowboy wenig unter der Aufgabe vorstellen. Doch schließlich ist es eindeutig. In Gisela soll der Pioniergeist und die Durchsetzungsfreudigkeit der ersten Siedlerinnen geweckt werden. Eine Reise durch die Prärie soll diese Aufgabenstellung bewältigen. Lucky Luke denkt sich eine Reihe von Situationen aus, wie sie im Wilden Westen üblich sind.
Auf Gisela warten die widrigen Wetterverhältnisse des Westens, Indianer- und Raubüberfälle und Kneipenschlägereien. Lucky Luke ist sehr beeindruckt, dass Gisela in all den Situationen sehr beherzt auftritt und so manchen gestandenen Mann in seine Schranken weist. Bis es zu einem Zwischenfall kommt.
Nach dem Alibi wartet bald auf Lucky Luke noch ein viel größeres Abenteuer: Der Pony-Express!
Lange Zeit war der Postweg quer durch die Vereinigten Staaten eine äußerst gefährliche und ganz besonders unsichere Angelegenheit. Hühnereier einmal von Küste zu Küste geschickt kamen entweder überhaupt nicht oder bereits als Küken auf der anderen Seite an. Endlich entschließt sich der Senat, etwas gegen zu unternehmen. Die ersten Versuche sind nicht sehr viel versprechend. Ein findiger Geschäftsmann namens W.H. Russel gründet eine Pony-Express-Unternehmung. Entgegen aller Sabotageversuche seitens der Pacific Railway Company wagt er den Postweg quer über den Kontinent. Doch zuvor müssen erst einmal fähige Reiter gefunden werden.
Lucky Luke übernimmt die Auswahl der geeigneten Männer und trainiert sie. Die Vorbereitungen sind schwer, für die Männer wie auch für die Pferde – hier gibt Jolly Jumper seine Erfahrungen weiter. Bald schon ist der große Tag da. Von da an geht leider alles schief.
Wenn ein Verbrecher sich nicht mehr an seine Taten erinnert, kann er dann überhaupt dafür bestraft werden? Die Daltons ersinnen einen genialen Plan. Ein vorgetäuschter Gedächtnisschwund soll ihnen dabei helfen, die vergitterte Luft des Gefängnisses hinter sich zu lassen. Aber vor der Entlassung hat der Gouverneur den Entlassungstest gesetzt. Lucky Luke bekommt einen heiklen Auftrag. Er soll beweisen, dass die Daltons wirklich ihr Gedächtnis verloren haben – ein Umstand, den er einfach nicht glauben will.
Nach einigen kürzeren Episoden wie Das Alibi, Athletic City, Ole Daltonitos und Ein Pferd verschwindet fasst der vorliegende Sammelband noch die beiden Alben Der Pony-Express und Gedächtnisschwund zusammen. In den Jahren 1987 bis 1991 erschienen diese Geschichten, immer noch unter der Federführung von Morris, in denen es einige schöne Begegnungen mit Lucky Luke und den Daltons gibt.
Vielfalt ist das Motto der Geschichten, die unter der Episode Das Alibi in einem Album erschienen. Das Alibi bringt Lucky wieder einmal mit Frauen in Kontakt. Nach seiner Verlobten oder Calamity Jane sollte es sich eigentlich um eine leichte Aufgabe handeln – doch weit gefehlt! Wieder wird es kompliziert, denn aus einer Show wird ein Entführungsfall, für den Lucky seine erprobte Spürnase benötigt.
Claude Guylouis zeigt eine Frau, die weitaus tougher ist, als es die Männer erwarten – und auch vertragen können. Natürlich sind sie im Sinne einer Komödie hinterher richtig stolz auf sie. Wie brav sich ein Indianer verarzten lässt, weil er weweh hat, ist ein echter Brüller.
Nicht weniger heiter sind die Erfahrungen der Daltons in Mexiko. Besser aber noch wird es, wenn sich Lucky Luke auf ein anderes Pferd einstellen soll. Hier muss er sehr schnell feststellen, dass Jolly Jumper nicht das einzige Pferd mit einer Persönlichkeit und außergewöhnlichen Fähigkeiten ist. Nichts jedes Pferd kommt auf Pfiff oder schlägt den einsamen Cowboy beim Schach. Jollys Kollegen machen dem Schimmel mit der gelben Mähne in Sachen Lacher echte Konkurrenz.
Aufwendiger wird das Abenteuer um den legendären Pony-Express. Sehr schön teilen X. Fauche und J. Leturgie die Geschichte in verschiedene Stränge auf.
Die Aufgabenstellung: Schaffung des Pony-Express. Die Lösung: Anwerbung von Reitern und Pferden, anschließend ihr Training. Die Stolpersteine: Die konkurrierende Eisenbahnlinie, aber auch die Reiter und Pferde 🙂 Der Start: Als erster reitet Lucky Luke und bald wird klar, dass er alleine die gesamte Strecke bewältigen muss. Hier wird deutlich: Lucky Luke schießt nicht nur schneller als sein Schatten, Jolly Jumper läuft auch schneller als sein Schatten. Der Aufbau der Geschichte, die Witze die wunderbar aufgebaut sind und stets zum richtigen Zeitpunkt angewendet werden, deuten ein richtig tolles erzählerisches Talent an. Fauche und Leturgie zeigen, welcher Kunstfertigkeit es bedarf, einen Leser zum Lachen zu bringen und mit welchen Tricks und Kniffen dies erreicht werden kann.
Abschließend rücken die Daltons noch einmal in den Mittelpunkt. Das Gauner-Quartett leidet plötzlich an Gedächtnisschwund. Das ist immer eine gute Grundlage für eine Komödie, wie bereits das berühmte Mein Herr? aus dem Asterix Band Kampf der Häuptlinge zeigt. Dort wie hier sind es zuweilen Schläge auf den Kopf, die eine regelrechte Gag-Lawine in Gang setzen. Herzstück dieser Gags ist häufig Averell, der längste und gefräßigste der Brüder.
Über allem arbeitet Morris mit gewohnt leichter Hand. Das ist toll anzuschauen. Stammleser können gar nicht anders, als dank der Fertigkeiten dieses Zeichners ein Lucky Luke Album bereits mit einem Lächeln aufzuschlagen.
Zwei tolle Alben und diverse Kurzgeschichten brennen ein neues Gag-Feuerwerk ab. Ein echter Höhepunkt ist Der Pony-Express, allein dafür lohnt sich schon die Anschaffung dieses schönen Sammelbandes. 😀
Lucky Luke, Die Gesamtausgabe 1987, 1991: Bei Amazon bestellen
Mittwoch, 13. Juni 2007
Ein neuer Auftrag für Lucky Luke: Wieder einmal muss er einen Treck in den Westen führen. Der einsame Cowboy hat viel Erfahrung darin, die ihm Anvertrauten durch die Prärie zu leiten, doch einen solchen Treck hat er noch nie geführt: Heiratswillige Frauen.
Im Osten gibt es nicht genügend Männer, in den Westen haben sich bisher nicht genügend Frauen gewagt. So sieht es im Westen besonders unordentlich aus. Männer, die sich in der Gegenwart von Frauen nicht benehmen müssen, schlagen häufiger über die Stränge. Was schert es einen Mann, der geteert und gefedert wurde, wenn er sich nach ein paar Tagen immer noch nicht von seinem schmutzigen Äußeren befreit hat – oder den lieben langen Tag nur in langen Unterhosen herumläuft. Wo keine Frau, da kein Richter in Sachen Körperpflege.
Das kann so nicht weitergehen, denkt sich der Bürgermeister von Purgatory und organisiert einen Transport mit Frauen an den kleinen (sehr kleinen) beschaulichen Ort. Gesagt, getan: Jede der Frauen, die sich einen Mann angeln möchte, sucht sich ein Exemplar nach einem Foto aus.
Lucky Luke lässt sich nach anfänglichem Zögern überreden, den Treck zu geleiten. Alles Nötige ist im Gepäck, sogar ein Coiffeur und Damenausstatter ist mit von der Partie. Luckys Bedenken zerstreuen sich zu seiner Freude bald. Selbst eine Begegnung mit feindlich gesinnten Indianern, verläuft zu seiner Überraschung sehr friedlich. Die Indianer lassen sich mit einer kleinen Modenschau milde stimmen. Doch schließlich geschieht etwas, was Lucky Luke immer und zu allen Zeiten abgelehnt hat: Eine Frau wirft sich ihm an den Hals. Sie wird Die Verlobte von Lucky Luke.
Gerade hat er noch diesen Schrecken in den Gliedern, da wird es für Lucky Luke erst richtig gruselig: Die Geisterranch ist ein düsterer Flecken Erde. Aber eine resolute alte Dame will sich nicht von dem Ruf der Ranch abschrecken lassen. Zusammen mit ihren Lieblingen, Bisons, zieht sie auf der Ranch ein. Als es ihr zu unheimlich wird, ist Lucky schnell zur Stelle.
In der Folge muss er sich noch in anderen kleineren Abenteuern behaupten, bis es wieder ein sehr gefährliches Abenteuer zu bestehen gibt. Nitroglyzerin heißt das furchtbare Wort, das gestandenen Kerlen den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Die Voraussetzung ist natürlich, dass dieser Kerl auch tatsächlich weiß, was Nitro. Leider besitzen die Daltons dieses Wissen leider nicht. Nitro muss der Ort, wo die Kiste hin soll. Da sie so schwer bewacht ist, kann es sich dabei nur um Gold halten. Fortan muss Lucky nicht nur dafür sorgen, dass das Nitro sein Ziel erreicht, er muss außerdem die Daltons davon abhalten, sich selbst und andere in die Luft zu jagen.
Aus heutiger Sicht sind die Abenteuer-Bände Die Verlobte von Lucky Luke, Die Geisterranch und andere Geschichten und Nitroglyzerin schon klassisch zu nennen. Lucky-Fans finden diese drei Bände in der Gesamtausgabe 1985 – 1987 zusammengefasst. Obwohl über 20 Jahre alt, zieht der Humor aus jenen Tagen immer noch. Angelehnt an die letzte der drei Bände, könnte man sogar sagen, er explodiert immer noch so gut wie eh und je.
Die Thematik der Emanzipation war in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts noch ein viel größeres Thema als es heute noch der Fall ist, wo vieles, was damals noch gefordert wurde, selbstverständlich ist. Autor Guy Vidal nutzt die alten Vorurteile und all die Vorlagen in Western, die das Frauenbild im Wilden Westen geprägt haben. Doch das Vergnügen ist nicht einseitig. Die Männer werden hier ebenso durch den Kakao gezogen. Ein Westmann ist gut als Cowboy, ansonsten ist er nur ein großes Kind geblieben, für das Körperpflege nur ein Thema ist, wenn sich jemand in der Nähe befindet, der sich an mangelnder Pflege stören könnte. – Entsprechend sieht es in einem reinen von Männern bewohnten Ort aus.
Vidal peppt die Geschichte außerdem durch sehr schöne Running Gags auf. Das Irish-Stew, das nach einem langen Tag serviert wird, schmeckt niemandem, schreckt sogar die Indianer ab. Luckys Alpträume sind Verwandlungen unterworfen. Aus springenden Schafen werden Schafe mit Frauenköpfen. Und nicht nur Jolly Jumper muss wiehern, wenn aus dem einsamen Cowboy dank seiner Verlobten ein geschniegelter Städter wird. (In einem rosaroten Anzug und gestreiften Hosen. Zu Hause wird sogar der Stiefel mit dem Pantoffel gewechselt.) Die Verlobte von Lucky Luke ist liebenswerter Ausflug in die kleinen Bissigkeiten, mit denen Mann und Frau sich ein bißchen das Leben schwer machen – natürlich nur in der Komödie, nicht im realen Leben.
Lucky Luke und Asterix waren schon immer für kleine Cameo Auftritte von Stars gut. Gezeichnet, versteht sich. In der längeren der Kurzgeschichten mit dem Titel Die Geisterranch finden sich passenderweise Alfred Hitchcock und Christopher Lee. Die Geisterranch selbst erinnert an das finstere Haus von Norman Bates. Hier wird auch deutlich, wo das Publikum von Lucky Luke zu finden ist: Cineasten werden an den kleinen Seitenhieben und Andeutungen ihre helle Freude haben. Die Verfolgungsjagden auf die Bisons besitzen Parallelen zur guten alten Slapstick-Zeit, der sich die Geschichten immer besonders annähern. Diese Spaßtechnik findet sich sehr gut umgesetzt auch in der Geschichte Die Rutsche. Ein Paradebeispiel ist die Hütte des Oldtimers, die solange zur Zielscheibe der Baumstämme wird, bis die Rutsche perfekt eingerichtet ist.
Das Highlight der kleinen Sammlung ist Nitroglyzerin. Es ist herrlich, wie zwei Seeleute zum Landtransport einer Fuhre Nitroglyzerin abgestellt werden. Neben den Daltons, deren Sprüche und Situationskomiken gewohnt gut sind, folgt auch ein Leichenbestatter der Ladung, immer auf der Suche nach neuen Kunden.
Morris ist der Zeichner dieser drei gesammelten Ausgaben. Es ist sehr schön, wie er es schafft, französischen Humor, der universeller nicht sein könnte, zu Papier zu bringen. Es zeigt sich wieder einmal, dass Lucky eine Leitfigur der Serie ist. Der besondere Humor entsteht wie so oft durch die tollen Nebenfiguren, die stets auf besonders feine Art etabliert werden und einem bereits nach wenigen Seiten ans vor Lachen geschüttelte Herz wachsen.
Perfekter Humor aus der Lucky Luke Reihe mit einer guten Mischung aus intelligentem und action-reichen Humor. Eine gute Mischung, die durch die Ansätze verschiedener Autoren in diesem Band entsteht.
Lucky Luke – Die Gesamtausgabe 1985 – 1987: Bei Amazon bestellen