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Comic Blog


Donnerstag, 02. Juli 2026

DORTMUNDER – FÜNF GEGEN EINE BANK

Filed under: Thriller — Michael um 13:23

DORTMUNDER – FÜNF GEGEN EINE BANKMan lernt sich kennen, will zusammen einen Bruch machen, was Besonderes. Die meisten sind auf ihrem Gebiet alte Hasen, aber auch der Neuling ist nicht auf den Kopf gefallen. Klar, man trifft sich in einem Hinterzimmer, so macht man das. Da sind die Köpfe mit der Idee, mit dem Plan. Da ist einer, der kennt sich mit Fluchtwagen und -routen aus wie kaum einer. Und wenn es darum geht, Tresore zu knacken, da findet sich einer der Besten, so einer von der Sorte, die das im Vorbeigehen erledigen, weil es ihr Talent ist. Wenn solche Leute sich eine Sache vornehmen, dann wird das schon klappen, oder?

DONALD WESTLAKE schrieb seinen Roman BANK SHOT 1972. Die Adaption für das Comic-Medium von DOUG HEADLINE steigt ebenfalls in diesem Jahr ein. Für den Leser bedeutet dies eine schöne Zeitreise zum Beginn eines Jahrzehnts, das immer irgendwie ein Ausläufer der 1960er war und irgendwie auch nichts anderes als ein Vorläufer der 1980er. Alles uferte aus, Haartracht, Mode, die Hosenbeine. Amerikanische Automobile konnten gar nicht groß genug sein. Scheinbar fehlte der Halt, Grenzen wurden ausgehebelt. In dieser Zeit ließ DONALD WESTLAKE eine besondere Form der Halunken auf die Unterhaltungswelt los: Die netten Ganoven. Und die hatten einen kuriosen Einfall: Klauen wir gleich die ganze Bank. Das war auch der Titel der 1974 erschienen Kinofilmumsetzung.

Nun, wie, wird sich der Leser fragen, soll das funktionieren? Eine Bank klauen? WESTLAKE, und mit ihm DOUG HEADLINE, hat zu diesem Zweck ein Team aus der Taufe gehoben, das so ganz anders ist als die üblichen smarten Gestalten, denen einfach alles gelingen will. Und weil sie so anders sind, haben sie auch andere Ideen als die üblichen Typen. Der ursprüngliche Plan, eine Bank schlicht zu bestehlen, ändert sich, als die Zielbank in einem Provisiorium untergebracht worden ist, da das eigentliche Gebäude abgerissen und ein neues aufgebaut werden wird. Dieses Übergangsgebäude ist letztlich ein typisches Mobilheim, ein riesiger Wohnwagen.

JOHN DORTMUNDER, die Hauptfigur, ist eigentlich, ebenso wie seine Kumpane, kein schlechter Kerl. Alle zusammen wirken sie wie große Kinder, die vom Spielen im Sandkasten auf Bankraub umgestiegen sind. Man kennt die Gefahren, die Risiken, trotzdem wird alles eher spielerisch angegangen, so als wäre es das Normalste auf der Welt, auf diese Weise sein Geld zu verdienen. Nun soll hier nicht weiter gespoilert werden, aber so viel sei gesagt: Aus dem Umstand, mit welcher Ernsthaftigkeit die fünf Ganoven ihren Plan auf die Beine stellen und umsetzen (nebst einiger weiblicher Hilfe), entsteht ein knochentrockener Humor, pirschen sich die absurden Twists heran (hat man bei sonstigen Heist-Geschichten so noch nicht gesehen!), so dass am Ende über die Bande frech geschmunzelt werden darf (und gleichzeitig über ihr Unvermögen auch eine kleine Träne verdrückt werden darf, es sind eben nette Typen).

JESÚS ALONSO IGLESIAS ist ein Zeichner mit schnellem, skizzenhaften Strich. Es ist die Sorte grafischer Stil, der für den Gerichtssaal wie auch für ein Storyboard taugt. Kein Wunder also, dass so jemand auch als Charakterdesigner an den beiden SPIDER-VERSE-Filmen mitgearbeitet hat. Denn diese Geschichte hier, DORTMUNDER – FÜNF GEGEN EINE BANK, lebt von ihren Charakten, und JESÚS ALONSO IGLESIAS entwickelte diese mit einem solchen Schmiss, als habe er echte Figuren aus den 1970ern als Vorlage genommen (vielleicht hat er das, wer kann das schon sagen). Jedenfalls sind Typen entstanden, die echte Gesichter haben, denen Hintergedanken und Subtext in die Miene geschrieben steht. Dieser Stil ist mit ein Grund dafür, warum man diese Typen mag. Es sind Menschen von der Straße, die einem begegnen können, aber über die man höchstwahrscheinlich hinwegsehen würde. Weil sie eben auch nicht gleich wie Gangster aussehen, obwohl sie genau genommen eben das sind.

ISABELLE MERLET koloriert die Story zurückhaltend. Manches handelt in Räumen, Wohnungen, besagten Hinterzimmern, in Autos und die 1970er allgemein (wenn es nicht gerade in die Disco ging) haben einen eher industriell farblichen Eindruck hinterlassen, den ich hier durchaus wiederfinden kann. Gerade in amerikanischen Großstädten, auf den Straßen, in Häuserschluchten. Im weiteren Velauf geht es in die Nacht hinaus, die Stimmung wird düsterer, gefährlicher (für die Gauner und ihre eher unfreiwilligen Helferinnen, man könnte sogar sagen, es sind Helferinnen aus einer Art Mitleid heraus). Und diese Düsternis steht dem, was handlungstechnisch geschieht in weiten Teilen entgegen. Unter dem Strich ein sehr ausgewogenes Ambiente, das den Leser bisweilen aufs Glatteis führt.

Es gibt Krimis und es gibt solche, die einem im Gedächtnis bleiben. Das sind die Geschichten von DONALD WESTLAKE (auch bekannt als RICHARD STARK), der die Romanvorlage zu dieser Comic-Adaption von DOUG HEADLINE schrieb. Ein ernsthaftes Unterfangen, ein richtiger Coup, wird von Seite zu Seite kurioser, mit leichter Hand erzählt, sehr (sehr, sehr) unterhaltend und ebenso leicht gezeichnet und schmissig zu Papier gebracht. Wer Krimis und Thriller mag, liegt hier goldrichtig! 🙂

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Mittwoch, 24. Juni 2026

A MARVEL TELEVISION SPECIAL PRESENTATION – THE PUNISHER: ONE LAST KILL

Filed under: Comics im Film — Michael um 14:59

A MARVEL TELEVISION SPECIAL PRESENTATION - THE PUNISHER: ONE LAST KILLEin Mann ist am Boden. FRANK CASTLE hat seine Familie verloren, die Ehefrau, die kleine Tochter, den kleinen Sohn. Sie sind bloß noch Erinnerungen. FRANK spricht mit ihnen, erhofft sich Antworten und würde am liebsten den letzten Schritt gehen, denn er hat sie gerächt. Die Medien berichten über die Morde an den Köpfen einer Mafiosi-Familie und niemand scheint einen Zweifel darüber zu hegen, dass FRANK CASTLE der Mörder ist. Dem ist das ziemlich egal. Er ist alleine. Redet mit Menschen, die tot sind. Oder ihn verlassen haben. Und in seinem Selbstmitleid und in seiner Verzweiflung hat er darüber hinaus eines vergessen: Gangster sind auch Menschen. Solche mit Gefühlen. Und Gangster haben Mütter. Manche von denen sind auf Rache aus und können es sich leisten, ein Kopfgeld auszusetzen. FRANK CASTLE muss sich entscheiden. Sterben. Oder überleben.

DER RÄCHER VON NEW YORK. Erinnert sich noch jemand daran, als CHARLES BRONSON rot sah? In der dritten Episode, die hierzulande den Originaltitel übernahm, DEATH WISH 3, versehen mit eingangs genannten Untertitel, wird ein New York, genauer ein Viertel gezeigt, in dem das pure Chaos herrscht und der Mob das Regiment übernommen hat. Niemand, der noch halbwegs bei Sinnen ist, sollte sich auf diese Straßen trauen. Und genau eine solche Atmosphäre findet sich in den Startsequenzen von THE PUNISHER: ONE LAST KILL. Keine Ahnung, ob die Macher das vor Augen hatten, allen voran JON BERNTHAL, der Darsteller des PUNISHER, höchstselbst. Aber Parallelen sind offensichtlich, ob aus einem Lebensgefühl heraus oder als Hommage, das lässt sich von dieser Warte aus nicht sagen.

Gefühlt seit JOHN WICK sind kleine süße Tiere auf amerikanischen Leinwänden nicht mehr sicher. Auch hier muss ein knuffiges Hündchen sterben, bloß weil es dem Anführer einer Straßenbande Spaß macht. Am Ende ist das bloß ein Detail in all der Gewalt, an der FRANK CASTLE zu Beginn (als er einen Becher Kaffee kauft) einfach vorübergeht. Insgesamt sieht der Zuschauer, wie ein ungezügelter Mob einfache, harmlose Bürger eines Viertels terrorisiert, sogar massakriert, nebenbei plündert oder alles zertrümmert, was ihnen unter die Finger kommt. Bis der Punkt erreicht ist, an dem DER PUNISHER zu sich selbst findet und dem Gesindel den Kampf ansagt.

Manche Menschen sind im falschen Zeitalter geboren. So ähnlich wurde der Spruch auch auf MARV aus SIN CITY angewendet. Mag sein, dass diese Ausage auch auf FRANK CASTLE passt, jedenfalls so, wie er in ONE LAST KILL gezeigt wird. Die Serie (über zwei Staffeln) und seine Auftritte in DAREDEVIL zeigen ihn vielschichtiger. Dieses MARVEL TELEVISION SPECIAL ist mehr eine Quintessenz des Charakters. Viel mehr Zeit bleibt in 50 Minuten kaum, will man neue Zuschauer auch mitnehmen, die mit dieser Performance auch auf den PUNISHER-Auftritt im nächsten SPIDER-MAN-Film, BRAND NEW DAY, vorbereitet werden sollen. Hier holt die Qual über den Verlust der Familie, von Verbrechern gemeuchelt, einen Berserker, Richter und Henker in Personalunion hervor. Eine Figur, deren Nehmerqualitäten sogar die eines ROCKY übertreffen (und der hat sich von IVAN DRAGO verprügeln lassen).

JON BERNTHAL ist DER PUNISHER. Damit hat JON BERNTHAL seine Rolle gefunden. Der harte Knochen war er schon häufiger, so wie in seiner Durchbruchsrolle in THE WALKING DEAD. Aber gerade dieser Figur, die eigentlich so untypisch für den Rest des MARVEL-UNIVERSUMS ist (ohne Superkräfte, tötet seine Feinde), hat er Ecken und Kanten nebst Tiefgang beschert, wie kein anderer Darsteller dieser Figur vor ihm (obwohl THOMAS JANE, einer der Vorgänger, den Job auch schon verdammt gut gemacht hat). Und eine weitere Lanze gibt es noch zu brechen (gerade vor den aktuellen Diskussionen im Bereich Synchron): MARTIN KAUTZ holt für den deutschen Markt als BERNTHALS Synchronstimme noch ein Quentchen mehr aus dem Charakter des PUNISHERS heraus!

Starke Nummer dieser ONE-SHOT! Aber in der Serie weiß der PUNISHER noch besser zu gefallen. Wer ihn bis dato noch nicht kennt, sollte die beiden Staffeln des PUNISHERS und die zweite Staffel von DAREDEVIL unbedingt nachholen und dann erst das Special schauen. 🙂

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Montag, 01. Juni 2026

MARVEL TELEVISION’S WONDER MAN – STAFFEL 1

Filed under: Comics im Film — Michael um 15:23

MARVEL TELEVISION'S WONDER MAN – STAFFEL 1Eine kleine Rolle, immerhin. SIMON WILLIAMS kniet sich voll rein. Okay, er soll gleich in der AMERICAN HORROR STORY gemeuchelt werden, und dann ist sowieso alles vorbei, und er kann nach Hause gehen, aber er will Eindruck hinterlassen. Er möchte den Hintergrund seines Charakters ausloten. In welchem Vehältnis steht er zu seiner späteren Mörderin? Und ist am Set auch alles so arrangiert, wie es der Rollenfigur entspricht? In einem behält SIMON Recht! Er hinterlässt Eindruck. Dafür, dass er mit seinen Zwischenfragen und Anregungen den Betrieb zu lange aufhält, wird er schlussendlich vom Showruner der Serie gefeuert und die Szene wird ersatzlos gestrichen. Noch nicht einmal wichtig für die Geschichte wäre dieses Gemeuchel gewesen. Wieder einmal geht SIMON enttäuscht nach Hause. Es wird nicht seine letzte Enttäuschung gewesen sein.

Eine Ode an die Freundschaft, an die Kunst und die Schauspielerei im Besonderen. Moment! Das ist doch eine Superheldenserie? Welchen Eindruck hinterlässt Geschichten bei Zuschauern? Bei Kindern? Bei SIMON WILLIAMS haben sie sehr viel Eindruck hinterlassen. Seit er im Jungenalter zusammen mit seinem Vater den Science-Fiction-Abenteuerfilm WONDER MAN im Kino gesehen hat, schlägt sein Herz für die Schauspielerei und den ihm innewohnenden Zauber. Aber Film hat noch einen sehr wichtigen Aspekt: Er ist Bestandteil einer Industrie. Und hier geht es um Geld. Wer da den Betrieb aufhält, ist raus. SIMON WILLIAMS wird das begreifen und sich anpassen, auch Dank seines neuen Freundes.

YAHYA ABDUL-MATEEN II spielt SIMON WILLIAMS, der später einmal selbst zu WONDER MAN wird. Eine Figur, von der MARVEL-FANS wissen, dass diese zum illustren Kreis der AVENGERS gehört (wohlgemerkt in den Comics, in der Serie ist davon noch lange nichts zu sehen). Prominent im wahren Leben wie auch im MARVEL-Universum ist BEN KINGSLEY, der hier seine Rolle als TREVOR SLATTERY erneut aufnehmen kann. Wir erinnern uns: In IRON MAN 3 begegnete uns SLATTERY als MANDARIN, einem Terroristen, der dem Eisernen das Leben schwer macht. SLATTERY, der selbst in IRON MAN 3 zwar verbrecherisch handelte, dennoch ein Schauspieler war, der für die Rolle des MANDARIN engagiert worden war, kehrt nun ins echte Leben zurück (warum und wieso verrät die Serie). Als Schauspieler kann er mit Erfahrung punkten und seinen jüngeren Kollegen anleiten. Angesichts ihrer sehr unterschiedlichen Ausgangsposition scheint es unwahrscheinlich, dass sie sich bei Castings in die Quere kommen.

Die Freundschaft ist dem Weg förderlich, die Kräfte, die sich bei SIMON WILLIAMS zeigen, sind es defintiv nicht. Warum das so ist, wird ausführlich in der Folge DOORMAN gezeigt. In der Filmindustrie werden keine SchauspielerInnen mit Kräften mehr eingestellt. Entsprechend muss ein Schauspieler oder eine Schauspielerin vertraglich bestätigen, über keine Supterkräfte zu verfügen. Aber auch von diesem Stein im Weg will sich SIMON WILLIAMS nicht aufhalten lassen. Eine schwierige Entscheidung, denn wirklich beherrschen kann er seine Kräfte nicht. Stimmungsschwankungen zu schwerwiegenden Ausbrüchen führen.

Nein, keine Bösewichte am Start, jedenfalls keine mit Superkräften, die den Neuling irgendwann herausfordern. Das ganze Konzept ist erfrischend anders und setzt die Figuren in den Vordergrund, nicht den Held, der sich mittels seiner Kräfte in irgendeiner Weise behaupten muss. Und das macht es am Ende wieder besonders. Und spannend. Denn Kräfte, die sich unwillkürlich zeigen, überraschen nicht nur den Hauptcharakter, sondern auch den Zuschauer. Alles ist möglich, alles kann passieren. Wenn sich die Geschichte auf das Casting, die Schlussrunde zum Spielfim WONDER MAN konzentriert, ist das ebenso spannend.

Sparsam eingesetzte Szenen, die Menschen mit Superkräften zeigen. Starke, stets sich steigernde Charakterentwicklungen, auch vom bereits bekannten TREVOR SLATTERY (ehemals MANDARIN). Gelungene Nebenfiguren (wie der Regisseur VON KOVAK oder JOE PANTOLIANO, als er selbst). Nimmt sich nicht ganz so bierernst, blödelt aber auch nicht rum. Eine gut ausgewogene Mischung zwischen Drama, Tragik, Komödie und eben Superheldengeschichte. Klasse! 🙂

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Donnerstag, 30. April 2026

HELLBOY und die B.U.A.P. 22

Filed under: Mystery — Michael um 18:31

HELLBOY und die B.U.A.P. 22 – DIE RÜCKKEHR VON EFFIE KOLBManchmal kommen sie wieder! Mit dieser Erfahrung muss sich auch HELLBOY während seiner Dienstzeit bei der B.U.A.P. (Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen) herumschlagen. Denn solche Kreaturen, die da den Weg zurück in die Welt und ins Leben suchen, haben meistens eine Stinklaune! Die Geschichten des Höllenjungen als behördlicher Agent springen durch die Jahrzehnte, so auch hier: 1967, 1979, 1991 oder 1992. Die Einsatzorte befinden sich rund um den Globus, obwohl ihnen eines stets gemein zu sein scheint: Ihre Unwirtlichkeit. Es sind keine Flecken Erde, auf die ein gewöhnlicher Mensch je seinen Fuß setzen würde. Sie sind abgelegen, unkomfortabel, oft sehr düster und verwahrlost.

DIE RÜCKKEHR VON EFFIE KOLB. Von MIKE MIGNOLA geschrieben, von ZACH HOWARD gezeichnet und von DAVE STEWART koloriert. Letzterer ist ein Veteran des HELLBOY-Universums. EFFIE KOLB wurde einmal besiegt. REVEREND NATHANIAL WATTS, ein ehemaliger Kämpfer gegen das Böse, ist verstorben, sein Gehilfe von einst, TOM, ist noch am Leben, aber er ist inzwischen gealtert. HELLBOY haben die Jahre weniger angetan. Als er einer Nachricht Toms folgt, offenbart sich sehr schnell, dass sich das Böse mehr oder weniger nur ausgeruht hat. Mit SARA MAY an seiner Seite, einem übersinnlich begabten Mädchen, geht HELLBOY der Sache auf den Grund. Und hat bald im wahrsten Sinne des Wortes riesigen Ärger.

Klotzen, nicht kleckern, ist die Devise in der titelgebenden Geschichte. Mit seiner strichstarken, sehr expressiven Grafik erinnert ZACH HOWARD stilistisch an RICHARD CORBEN. Was Gesichtszüge anbelangt, die Art und Weise, wie hier Emotionen vermittelt werden, ballert ZACH HOWARD regelrecht und lässt beim Betrachter keine Fragen über den Gefühlszustand der gezeigten Figur offen. Ja, okay, Emotionen können viele Zeichner zu Papier bringen, doch bei Nuancen trennt sich die Spreu vom Weizen.

Näher dran am Original, den Zeichnungen vom Meister persönlich, MIKE MIGNOLA, sind da schon MATT SMITH und TIERNEN TREVALLION, wengleich sie von der späteren Reduzierung in HELLBOY noch ziemlich weit weg sind. Aber MIKE MIGNOLA hat in früheren Zeiten durchaus mehr Details und Räumlichkeit zu Papier gebracht (Stichworte: FAFHRD UND DER GRAUE MAUSLING oder auch COSMIC ODYSSEY). In dieser Region bewegen sich MATT SMITH und TIERNEN TREVALLION. Und ich finde, dass HELLBOY und seinen Geschichten dieses Mehr ziemlich gut tut. Andererseits, das ist das Plus eines MIKE MIGNOLA, konnte der Meister zum Schluss die Mystery-Stimmung eines Themas hervorragend einfangen.

Müsste ich letztlich zwischen SMITH und TREVALLION eine Auswahl treffen, würde die Entscheidung auf letzteren fallen, der mit gleich zwei gruseligen Abenteuern vertreten ist, nämlich mit IHRE UNGLÜCKSSTUNDE und DER SENDINGAR. Hier findet sich teils ein weicher Realismus, der sich mit harten, abgehackten Strichen, wie der Leser sie von MIKE MIGNOLA kennt, vermischt. Da hält automatisch diese Düsterheit Einzug und die dunkle Stimmung der Handlung wächst fast von selbst.

Abschließend übernimmt ADAM HUGHES den Zeichenstift, und dieser lässt sich auch von DAVE STEWART die Kolorierung nicht abnehmen, sondern erledigt das komplette Paket. HUGHES verpflichtet sich dem Realismus, außerdem ließen sich seine Zeichnungen unter der Überschrift Präzision einreihen. Hier ist kein Strich ohne Fehl und Tadel. Wo andere Illustratoren auch mal mit der groben Kelle wirtschafteten, wird bei HUGHES peinlichst genau auf jede Linie geachtet. Seine Farbgebung ist ebenso präzise, erhöht den räumlichen Effekt, und das Ergebnis wirkt wie eine qualitativ hochwertige Animationsepisode auf Papier!

Starke Auswahl der Geschichten, ein guter Mix aus echtem Horror und Gespenstergrusel. Der Grundtenor ist weitestgehend klassisch, so wie HELLBOY einst an den Start ging. Das ist abwechslungsreich und spannend erzählt. Die hier vertretenen Zeichner und ihre Arbeiten sind allererste Sahne. Ganz klare Empfehlung! 🙂

HELLBOY und die B.U.A.P. 22, DIE RÜCKKEHR VON EFFIE KOLB (und andere Geschichten): Bei Amazon bestellen.
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Mittwoch, 11. März 2026

LUCKY LUKE HOMMAGE 7: DAKOTA 1880

Filed under: Abenteuer — Michael um 19:20

LUCKY LUKE HOMMAGE 7: DAKOTA 1880LUCKY LUKE ist nicht immer vom Glück begünstigt. Mal befindet ersich in Lebensgefahr, mal hat es ihn schon bis nah an die Schwelle zum Tod getrieben. Mal ist er zum Glück da, wo er gebraucht wird. Mal kommt er in letzter Sekunde. Mal ist er Lehrer, Schiedsrichter und mal begegnet er tatsächlich jemandem, der ihm in Sachen Schießkunst das Wasser reichen kann. Aber leicht ist es irgendwie nie so richtig. Das ist der WILDE WESTEN, wo ein einziger Fehler den Tod bedeuten kann…

Man stelle sich vor, jemand wie LUCKY LUKE wäre eine reale Person gewesen. Ein Cowboy, im Land verwurzelt, aber nirgends richtig daheim. Immer unterwegs auf dem Bock einer Postkutsche, immer irgendwie im Niemandsland, zwischen Ansiedlungen, zwischen Ortschaften, aber auch immer irgendwie mitten im Leben, wie die Geschichten von APPOLLO (Text) und BRÜNO (Zeichner) sowie LAURENCE CROIX (Farben) zeigen.

Vorweg: LUCKY LUKE kommt in der 7. Hommage, DAKOTA 1880, erstaunlich ernst daher und ist weit entfernt von der eher lustigen Originalfassung, die zwar mit historischen Themen spielt, diese aber nicht zu sehr aufbauscht. APPOLLO und BRÜNO verfahren da völlig anders. Und sie starten mit einer Hommage in der Hommage, wenn die Postkutsche zu Beginn, mit LUCKY LUKE als Wächter obenauf, im dichten Schneestreiben in einer sehr verlassenen Gebirgsgegend eine ungeplante Begegnung hat. Mutterseelenallein in der weißen Einöde steht ein Mann und bittet um eine Mitfahrgelegenheit. Westernverliebten Lesern, die auch in anderen Medien unterwegs sind, wird das nur allzu bekannt vorkommen.

Aber das ist lediglich der Auftakt. In sieben Kapiteln, plus einem Vor- und einem Nachspiel, erzählt APPOLLO von einem WILDEN WESTEN, der seinen Bewohnern allerhand versprochen hat, wie Besitz, Glück, Freiheit und all diese erstrebenswerten Dinge, aber nur selten austeilt. Und meistens stirbt die Hoffnung irgendwann. Ein Junge namens BALDWIN, der mitansehen musste, wie der Traum seiner Großmutter, GRANDMA GUMBO, nicht erfüllt wurde, erzählt dem Leser aus LUCKY LUKES frühen Zeit, bevor MORRIS sich dieser Figur annahm.

Es sind kurze, sehr einprägsame Geschichten, in der Manier amerikanischer Kurzgeschichten, die den Leser rasch mit einbinden, starke Emotionen aufbauen und mitunter sehr aufwühlend sein können. APPOLLO gelingt das Husarenstück, diese Kunst in die Welt des Cowboys zu überführen, der schneller schießt als sein Schatten (eine Fähigkeit, die hier im Band ebenfalls thematisiert wird). Dabei lässt er auch eine dunklere, rächende Seite des COWBOYS nicht aus. (Das ist wirklich sehr düster!)

Die Ernsthaftigkeit in den Geschichten hat mich (sehr positiv) überrascht, denn es zeigt auf, was LUCKY LUKE auch hätte werden können. Und es zeigt, aus welcher Quelle die Serie ihre Ideen bezieht (bzw. bezogen hat). Und ganz ehrlich: Die Ernsthaftig der Erzählung tut dem Thema und der Figur sehr gut. In diesem Sinne dürfte es gerne einen parallelen Ableger geben, in der APPOLLO und BRÜNO ihrer Vision häufiger Futter geben dürften.

Die Zeichnungen von BRÜNO: Einfach gehalten, klare Linien, pointierte Bilder. BRÜNO schafft es, den gewollten Effekt von APPOLLO (die Geschichten lassen keine Fragen offen) zu übertragen, zu transportieren und zu stützen. Einerseits hat dieser LUCKY LUKE ein klar umrissenes Profil, andererseits bleibt genügend Leinwand für eigene, zusätzliche Interpretationen. Und teilweise mag man sich fragen: Was geht gerade hinter dieser maske vor sich? Denn dieser LUCKY LUKE ist nicht gerade ein Ausbund an optisch überbordenden Gefühlsausbrüchen (obwohl er ein durchaus freundlicher Kerl ist).

Ein Interview mit SIGISMUND FREUDENREICH, Dozent für moderne Literatur an der Abilene State University, schließt die 7. Hommage ab. Das fiktive Gespräch klärt darüber auf, inwieweit die späteren kreativen Köpfe von LUCKY LUKE vom Werk des BALDWIN CHENIER inspiriert wurden (das selbst als Grundlage der vorliegenden Hommage diente). Das ist insgesamt schön erzählt, aber letztlich, wie viele Begebenheiten aus der Originalserie selbst, ist der gesamte so genannte WILDE WESTEN mit all seinen Abenteuern und skurrilen Gestalten Inspiration für den COWBOY gewesen, der seit 80 Jahren seine Leserschaft begeistert (eine mit Fug und Recht getroffene Aussage, kaum eine Figur schafft in der Unterhaltung eine derart lange Lebensdauer!)

Die 7. Hommage weiß mit einer frischen, ganz eigenen Version von LUCKY LUKE zu überzeugen. Die Geschichten aus jener Zeit, bevor er eine WILDWEST-LEGENDE wurde, sind ernst, respektvoll vor der Figur, durchdacht, spannend, dramatisch, traurig, sogar mal düster, auch heiter, eine Reihe von tollen Kabinettstückchen von APPOLLO, auf eine träumerische Art illustriert von BRÜNO. Lesens- und sehenswert für WESTERN- und LUCKY-LUKE-FANS! (Klare Empfehlung eines Westernfans!) 🙂

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Titelbild: © 2026 Lucky Comics/Egmont Ehapa Media
LUCKY LUKE erscheint im deutschsprachigen Raum bei Egmont Ehapa Media (http://www.egmont.de/).

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Montag, 09. März 2026

SIGI 2 – TERRA INCA

Filed under: Abenteuer — Michael um 10:32

SIGI 2 – TERRA INCAAn unterschiedlichen Plätzen auf der Welt, so scheint es, dreht sich die Welt unterschiedlich schnell. SIGI HASSLER, auf ihrer Reise um die Erde in PERU angekommen, staunt über das Land, die Menschen, die Hilfsbereitschaft, die Freundlichkeit. Aber das Schlechte lauert auch hinter hellen Fassaden. Diese Erfahrung, nicht die erste dieser Art, macht sie einmal mehr, als sie und ihr Team ein Hilfsangebot eines reichen Ranchers annehmen. Rasch ändert sich die Haltung des Hazienderos und eine Nacht wird zum Alptraum. Daheim, buchstäblich einmal um den Globus, hat SIGIS Freundin HANNA ganz andere Probleme, obwohl diese ebenfalls mit einem Mann zu tun haben und ebenso lebensbedrohlich sind…

SIGI HASSLER und ihre Begleiter haben den nordamerikanischen Kontinent verlassen und ihren Weg nach SÜDMAERIKA fortgesetzt. In PERU, in jenen Tagen, der Zweite Weltkrieg ist noch nicht ausgebrochen, sind auf Gebirgsstrecken Werkstätten für Automobile Mangelware. Und Ersatzteile für jeden erdenklichen Zweck lassen sich ebenfalls nicht mittransportieren. So sitzt man erst einmal fest und die findige Gruppe macht sich daran, das entsprechend benötigte Material selbst anzufertigen.

ERIK ARNOUX zeigt dem Leser, neben aller Dramatik und historischem Kolorit, eine Epoche, die gegenüber heute vergleichsweise von einer spartanischen Technisierung ist und eine Reise um die Welt in einem Auto ein sehr mutiges Unterfangen darstellte. Und dann auch noch, wie es propagiert worden ist, von einer Frau, die dieses Automobil steuert. In diesem Rückblick in Form einer sehr fein gestalteten Graphic Novel werden viele Schwierigkeiten jener Tage deutlich, viele Herausforderungen, die gemeistert werden müssen und zahlreiche Abgründe, derer sich die Menschen jener Zeit ausgesetzt sahen und die teilweise immer noch nicht ausgemerzt sind. Und ERIK ARNOUX spielt mit den schier unerschöpflichen Facetten dieser Welt und ihrer Geschichte.

Nun sind diese Facetten oft von der eher dunklen Seite. Erschüttert muss SIGI HASSLER feststellen, dass in PERU japanische Auswanderer auf den Baumwollfeldern ausgebeutet werden. Die Missstände im eigenen Land, DEUTSCHLAND, übersieht sie getrost, obwohl ihre gute Freundin HANNA vom aggressiven Antisemitismus jener Tage bedroht ist und alles daran setzen muss, um nicht einfach von der Bildfläche zu verschwinden und ihre Cousine zu schützen. So stellt ERIK ARNOUX zwei verschiedene Lebenswege einander gegenüber. Da wird Reise von SIGI HASSLER, so gefährlich sie sein mag, zu einer Art Luxustour, die mit dem wirklichen Leben nicht viel gemein hat.

DAVID MORANCHO, verantwortlich für Zeichnungen und Kolorierung, öffnet dem Leser diese Zeit (wir nähern uns langsam dem Zeitpunkt, da diese Vergangenheit einhundert Jahre zurückliegt) sehr lebendig und anschaulich. Der Leser wird mit einem Schnappschuss aus MACHU PICCHU empfangen, der letztlich nur eine Zwischenstation SIGIS gewesen ist. Grüne menschenleere Weiten, kleine Ansiedlungen, steile Gebirgswege, wo Fahrzeuge einfach nicht das beste Mittel zur Fortbewegung ist und das Pferd immer noch die bessere Alternative. Das ist ein Stück romantisiert, nur um wenig später mit dem gleichen Realitätseifer und einer hohen grafischen Qualität die Kehrseite der Medaille vorzuführen.

Und dabei handelt es sich nur um Eindrücke, die nur in Teilen die Handlung voranbringen und SIGI HASSLER in ihrer Aktion beeinflussen. Die Strecke, von der SIGI gar nichts weiß, dem nämlich, was in BERLIN geschieht, lässt für die Zukunft erahnen, was der Reisenden dort noch bevorstehen wird. DAVID MORANCHO arbeitet mit sehr feinen Outlines und äußerst sanftfarbigen Kolorierungen. So ergibt sich der Eindruck (dafür steht das Titelbild sogar exemplarisch) alter Fotografien oder sogar nachkolorierter Schwarzweißaufnahmen auf der einen Seite, auf der anderen Seite könnten es Zeichnungen sein, die der Künstler vor Ort aquareliert hat.

Augen sagen mehr als tausend Worte. Wer die Zeichnungen von DAVID MORANCHO betrachtet, kann diese Aussage bestimmt unterschrieben. Viele Gefühle lassen sich anhand SIGI HASSLERS Augenpartie ablesen, das zeugt von den Fertigkeiten des Illustratoren und stärkt die sehr filmisch geprägte Umsetzung der Geschichte. Nah an die Charaktere heran, zeigen, wie sie sich fühlen, was sie empfinden. Das reißt einen ohne weitere Erläuterungen mit.

TERRA INCA, die zweite Episode von SIGI, weiß mit ihrer abenteuerlichen dramatischen Geschichte weiterhin zu überzeugen. ERIK ARNOUX erzählt ein sehr ernstes Szenario, in dem einigen Charakteren ein schlimmes Schicksal widerfährt, während und abseits der fulminanten Reise um den Erdball. Dank perfekter Illustrationen von DAVID MORANCHO wird der Leser sehr nah ans Geschehen herangeholt. Die Atmosphäre stimmt auf jeder Seite, ein weiterer Subtext, der den Leser packt. Das sind am Ende Bestandteile des Fundaments, auf dem die Handlung vonstatten geht und einen echten Pageturner kreiert. Für alle Fans von historischen Thrillern und Abenteuern aus den Anfangstagen des 20. Jahrhunderts. Klasse! 🙂

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Montag, 02. März 2026

GREEN WITCH VILLAGE

Filed under: Mystery — Michael um 11:55

GREEN WITCH VILLAGEMan stelle sich vor: Eben noch im Jahr 2026 gelebt, dann schlägt man die Augen auf und zwei wildfremde Frauen schauen einen besorgt an. Darüber hinaus, ein nicht ganz unherblicher Umstand, steht plötzlich der Monat Oktober und das Jahr 1959 auf dem Kalender und die ganzen schönen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts sind passé! TABATHA SANDS soll nun eine Bibliothekarin sein. So behaupten es jedenfalls ihre beiden Mitbewohnerinnen GWENDOLINE FORD und ERIKA GRONBERG. Für TABATHA, eine dreißig Jahre alte und gleichzeitig junge Frau bricht eine Welt zusammen. Denn alles um sie herum ist viel zu echt, um eine Einbildung zu sein. Und je mehr sie sich in diesem NEW YORK im 50er-Jahre-Look umsieht, umso mehr verfestigt sich der Eindruck. Aber wie kam sie hierher? Gehört sie vielleicht hierher und bildet sich ihre Vergangenheit in der Zukunft nur ein? Sehr bald schon hat sie ganz andere Probleme!

LEWIS TRONDHEIM (Autor), FRANCK BIANCARELLI (Zeichner) und JÉRÔME MAFFRE (Farben) nehmen den Leser mit auf eine Zeitreise an der Seite eines Menschen, genauer einer Frau (das ist wichtig und in diesem Zusammenhang ein ziemlicher Unterschied), die von den Segnungen (ein paar gibt es da schon) des 21. Jahrhunderts verwöhnt ist und nun einige Erfahrungen machen wird, die zum Teil verwirrend sind. Von der angenehmeren Sorte ist das Betanken eines Automobils durch eine Tankwärtin mit einer gleichzeitigen Scheibenwäsche durch eine zweite Bedienstete an der Tankstelle. Von einer düsteren Sorte ist das Verhalten eines Showbusiness-Agenten, der seiner Klientel droht, man lande im Hudson (ein Fluss bei und in New York), mit Betonsocken an den Füßen, falls man nicht spure.

Es ist ein augenzwinkerndes Zeitreiseabenteuer, das LEWIS TRONDHEIM dem Fan von nostalgisch anmutenden Szenarien gönnt. Außerdem, um die Hommage an jene Epoche und ihre locker flockigen Geschichten zu unterstreichen, sieht die Hauptfigur TABATHA SANDS einer AUDREY HEPBURN in ihren jungen Jahren sehr, sehr ähnlich. Das ist alles in allem, dies vorweg genommen, eine Art cosy-crime-Abenteuer, dem eine Spur Mystery und einige Ost-West-Agenten beigemischt wurden. Hinzu kommt eine deutliche Verneigung vor einer Zeit, in der nicht alles besser, aber in Teilen einfacher und überschaubarer war.

Beispielhaft für diese Aussage sind die Namensvorschläge für eine Agentur, die Schauspielerinnen und Schauspieler vertreten soll. TABATHA arbeitet sich hierbei an einigen Begriffen der Gegenwart ab und wählt exemplarisch doch nur einen winzigen Teil von Social Media und Popkultur des jungen 21. Jahrhunderts. Aber die Popkultur hat auch längst die 1950er Jahre erfasst und das bringt uns zur GREEN WITCH! Das Viertel GREENWICH VILLAGE in NEW YORK möchte etwas aus sich machen. Diverse Leute, Händler haben sich zusammengetan, um die Werdetrommel zu rühren. Als kleines Wortspiel haben sich kreative Köpfe die GREEN WITCH ausgedacht, eine Figur, die die Aufmerksamkeit auf das Viertel lenken soll. In einer Stadt, in der prinzipiell alles um Aufmerksamkeit buhlt, ist das ein hehrer Vorsatz. TABATHA SANDS avanciert durch ihre zufällige Anwesenheit während eines Castings zu dieser Werbefigur.

NEW YORK im Herbst 1959. Das spielt natürlich eine große Rolle. Zuerst einmal stellt TABATHA SANDS eines klar: Bloß, weil es die 1950er Jahre sind, hat nicht jeder automatisch das Geld, sich entsprechend zu kleiden oder zu motorisieren. Hier wird noch 1940er-Jahre-Mode aufgetragen und es fahren noch eine Menge Autos aus der gleichen Dekade oder sogar aus den 1930ern auf den Straßen. Das Lebensgefühl ist anders. In der U-Bahn unterhalten sich Menschen miteinander (und glotzen nicht auf ihr Smartphone), überhaupt ist echte Kommunikation das Zauberwort. Das trifft auch auf Agenten zu.

Und hier schlagen wir den Bogen zur Arbeit von Zeichner FRANCK BIANCARELLI (und natürlich auch zu dem für die Kolorierung zuständigen JÉRÔME MAFFRE): Das Titelbild verrät neben den drei Frauen auch zwei weitere Protagonisten, nämlich Agent TAYLOR, von der CIA (ja, eben der) und Agent IWANOW, vom KGB (ja, auch genau der). Ersteren gestaltet FRANCK BIANCARELLI wie eine junge Version von ERNEST HEMINGWAY (mit Vollbart), letzterer könnte optisch an einen jungen GARY COOPER angelehnt sein. Bei aller Nostalgie schafft es die feine Strichführung von FRANCK BIANCARELLI zudem noch einen gehörigen Hauch Romantik zu transportieren, die Koloration von JÉRÔME MAFFRE sorgt für den herbstlichen Rest, wenn Lila, Blau, Gelb und Goldorange sich treffen.

GREEN WITCH VILLAGE entführt in jene Zeit und in jene besondere Form, Geschichten zu erzählen, als Stars wie DORIS DAY und ROCK HUDSON die Leinwände romantisierten. LEWIS TRONDHEIM scheint sich an jene Tage erinnert zu haben, als die Waage mehr zur Comedy und Drama ausschlug und Action nicht das beherrschende Element war. Hier lässt sich mit Fug und Recht von einer liebevollen Erzählung sprechen, einer ebensolchen grafischen Umsetzung von FRANCK BIANCARELLI und JÉRÔME MAFFRE. Das Trio liefert hier einen Wohlfühl-Comedy-Mystery-Thriller ab! Sehr gelungen und einfach schön! 🙂

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Donnerstag, 26. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 3

Filed under: Comics im Film — Michael um 9:36

MARVEL'S JESSICA JONES – STAFFEL 3Menschen mit Kräften. Nicht jeder schnappt sich einen bunten Fummel und schwingt sich danach durch Häuserschluchten und jagt das Böse in den Straßen der Stadt. Anonym zu bleiben, selbst im zivilen Look, gelingt trotzdem nicht jedem. Oder jeder. JESSICA JONES hat ihre Position als Privatdetektivin akzeptiert und lebt in gewisser Weise so vor sich hin. Ohne wirkliches Ziel und doch nicht ohne Aufsehen zu erregen. Da wird schon mal ein Auftrag beinahe vermasselt, da geht ein Video viral, das sie zeigt, wie sie einen Mann über einen Sandstrand in Mexiko schleudert. Da wird ein Typ in einer Bar abgeschleppt, nur um später festzustellen, dass dieser Typ ebenfalls Kräfte besitzt. Aber dann… jagt ihr ein Unbekannter ein Messer in die Milz. JESSICA JONES ist schwer verletzt, und ihre Selbstheilungskräfte werden auf eine harte Probe gestellt.

Vorab: Die dritte Staffel ist die beste der Serie. Hier stimmt vieles, ganz besonders das Storytelling und das Zusammenführen der einzelnen Handlungsstränge ist extrem gelungen. Aber: Um das alles so richtig genießen zu können, ist die Vorkenntnis der beiden vorangegangenen Staffeln einfach Pflicht.

Ein paar Akteure: JESSICA JONES, junge Frau mit besonderen Kräften, extrastark, Selbstheilung beschleunigt. Ihr werden Grenzen aufgezeigt. Sie könnte Stahl durchschlagen, wenn die Knochen in den Händen mitspielen würden. Arbeitet als Privatdetektivin. TRISH (PATSY) WALKER, ehemaliger Kinderstar, will eine Superheldin sein, wagt ein lebensgefährliches Experiment. Mit Erfolg: Gesteigerte Athletik, verbesserte Sehfähigkeit in der Dunkelheit. MALCOLM DUCASSE, einst von JESSICA JONES gerettet, nun als Ermittler im Dienst der Rechtsanwaltskanzlei von JERYN HOGARTH. Sieht seine einstigen Ideale zunehmend schwinden. JERYN HOGARTH, eine der besten Anwältinnen in New York, skrupellos, privat wie auch beruflich, schwer erkrankt. DOROTHY WALKER, Mutter von TRISH, extrem ergeizig, machte die Tochter zum Kinderstar PATSY. ERIK GELDEN, kann das Böse spüren, je schlimmer es in einem Menschen gärt, desto stärker sind ERIKS daraus resultierende Schmerzen; ein menschlicher Detektor für das Böse. Und zum Schluss: GREGORY SALLINGER, Serienmörder, in höchstem Maße intelligent, geleitet von einem sehr kranken Fairnessbegriff.

Alle Akteure sind auf dem Schachbrett versammelt und setzen sich in Bewegung. Neben einer stark gezeigten Detektivarbeit, einer sehr sparsam gezeigten Superheldenaktion, wird auch die Schattenseite des amerikanischen Traums beleuchtet. Wo einige Erfolg haben, bleiben andere auf der Strecke. Und selbst wer Erfolg hat, muss auf die eine oder andere Weise dafür bezahlen. Das Verhältnis von Mutter und Tochter WALKER führt zu einem zeitweiligen mehr oder minder tiefen Zerwürfnis. JERYN HOGARTH muss sich ihrer Einsamkeit stellen und den Preis für ihre lebenslange Rücksichtslosigkeit erkennen.

Morde! Richtige Morde machen JESSICA JONES zu schaffen und schließlich auch ihrer Adoptivschwester TRISH WALKER. Immer höher schaukelt sich die Anspannung auf. In der Popkultur hat sich in manchen Veröffentlichungen die These eingeschlichen, dass gute Menschen, um das Richtige zu tun, zuweilen böse handeln. Das ist eine Idee, die hier verhandelt wird. Die andere: Körperliche Macht kann oft nicht die Probleme auf die Art lösen, die von der Allgemeinheit als gerecht empfunden wird. Das alles, und noch einige Ideen mehr, werden in der dritten Staffel sehr dicht beschrieben, auch der Umstand, dass das eigene Tun, eine Form der Selbstgerechtigkeit zu einer Sucht heranwachsen kann, die keinen Kompromiss mehr zulässt.

Hier wurde keine Minute verschwendet. Ein netter Trick zeigt auch noch jene Szenen, die in einer Folge übergangen wurden und dem Zuschauer später präsentiert werden, so dass sich ein regelrechtes Puzzle zusammenfügt und sich schlagartig ein noch breiteres ausführlicheres Bild einstellt. Eine JESSICA JONES, die mit ihren eigenen Dämonen kämpft und die in TRISH WALKER entdecken kann, was aus ihr hätte werden können (und eigentlich jederzeit aus ihr werden kann).

Ein, zwei Hommage-Eindrücke konnten die Macher sich nicht verkneifen. In den Original-Comics ist TRISH (PATSY) WALKER als HELLCAT in einem knallengen gelben Dress unterwegs. Auch TRISH, auf der Suche nach einem Kostüm, probiert in einem Kostümverleih ein ebensolches Dress an und stellt für sich fest, dass dieses ein absolutes No-Go ist. Im verlauf bedroht sie einmal die Anwältin JERYN HOGARTH, gespielt vom MATRIX-Star CARRIE-ANNE MOSS. Der dort gezeigt Move erinnert doch sehr eindeutig an die (bei Fans) altbekannte MATRIX-Action.

Was noch? Spannend, extrem spannend, sofern man eine dichte Charaktererzählung gemischt mit Detektivarbeit, Krimi, Thriller, mitfühlenden Passagen und auch düstere Geschichten mag. Und natürlich Stories über Menschen mit besonderen Fähigkeiten. (Ohne Cape und Spandexklamotten.) 🙂

Streambar auf Disney+.

Freitag, 20. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 2

Filed under: Comics im Film — Michael um 15:30

JESSICA JONES - STAFFEL 2KILGRAVE ist tot. JESSICA JONES hat es zu Ende gebracht. Aber das Leben geht weiter. Wie immer. JESSICA muss sich mit der vollbrachten Tat arrangieren, denn wie einer es auch drehen oder wenden mag, sie hat Richter und Henker in einer Person gespielt und KILGRAVE ermordet. Wichtige Fragen wurden darüber hinaus nicht geklärt. Wie konnte KILGRAVE entstehen? Wer hat JESSICA JONES‘ Kräfte zu verantworten? Plötzlich ergeben sich neue Hinweise. Und JESSICA wird gezwungen, diesen nachzugehen, weil mehr und mehr die Familie im Spiel ist. Ihre zweite ebenso wie die erste.

Wir erinnern uns. Bei einem Autounfall verlor JESSICA JONES ihre beiden Eltern und ihren kleinen Bruder. Seit dieser Zeit wähnt sie sich für diesen Unfall verantwortlich. Sie trinkt nach wie vor über die Maßen, ist einigermaßen beziehungslos, freudlos, und unternimmt nur eben so viel, wie es braucht, um genügend Geld zu verdienen.

An diesem Punkt ihres Lebens, als das Joch von KILGRAVE nun abgeschüttelt scheint, finden Veränderungen statt. Eine treibende Kraft ist TRISH (PATSY) WALKER, die den Zustand, kräftelos zu sein, in ihrem Sinne hilflos, nicht mehr ertragen kann. Die Entstehungsgeschichte ihrer Adoptivschwester JESSICA lässt in ihr eine Idee keimen.

Entstehungsgeschichte? Wir erinnern uns an etwas anderes. Helden kommen nicht einfach so über Nacht. Sie entstehen. Die X-MEN sind KINDER DES ATOMS, sie werden infolge äußerer Einflüsse mit Kräften geboren, weil ihr Genom nach den Abwürfen der Atombomben und der freigesetzten Strahlung Anpassungen vorgenommen hat. Freundlich formuliert. Und nicht immer zum Besseren. Oder Helden entstehen durch Forschung und Experimente. Prominent hierbei natürlich STEVE ROGERS alias CAPTAIN AMERICA. Oder sie entstehen durch einen Unfall. Prominent hierbei selbstverständlich BRUCE BANNER alias HULK oder PETER PARKER alias SPIDER-MAN.

Nun also JESSICA JONES. Ohne Familie im Hintergrund war sie das perfekte Versuchsobjekt. Zwei Wochen war sie verschwunden. Anschließend waren ihre Körperkräfte enorm gesteigert, ihre Selbstheilung leistungsfähiger, schneller. Ein Wissenschaftler kommt ins Spiel. Gespielt vom ehemaligen Zylonendarsteller CALLUM KEITH RENNIE präsentiert sich ein Mann, DR. KARL MALUS, der bloß helfen will und doch Unheil anrichtet. JESSICA hat nicht um ihre Kräfte gebeten, ihre Mutter noch weniger. Jawohl, entgegen aller Erwartungen JESSICAS ist ihre Mutter noch unter den Lebenden und ihre Kräfte sind ungleich größer als die ihre Tochter. Leider hat sie ein ähnliches Wutproblem wie der HULK.

Und damit wird es zu JESSICAS Problem. Denn, wenn die eigene Mutter am Ende der Feind ist, wie soll mit dieser Situation umgegangen werden? Diese Fragestellung dreht sich etwas im Kreis und wird sehr erschöpfend erörtert, weshalb, um diesen Kreislauf zu durchbrechen, DAVID TENNANT als KILGRAVE einen Gastauftritt hat. In JESSICAS Geist sind noch einige Reste des Psychopathen abgespeichert, ein Rest-Ich, das wie ein Teufelchen auf ihrer Schulter sitzt (im übertragenen Sinne, versteht sich) und versucht, entsprechende Ratschläge und Anweisungen zu erteilen.

In der Zwischenzeit kommt TRISH WALKER ihrem Ziel näher. Dank DR. KARL MALUS. Schauen wir auf die Comics, wo TRISH (PATSY) WALKER eines Tages zur Heldin HELLCAT wird. Dies wird übernommen und so wird dem Zuschauer eine weitere Entstehungsgeschichte in der Serie gezeigt, eindringlich, aber nicht ganz im Fokus. Und sie ist auch nicht sehr nah an der Comic-Vorlage. Aber letztlich ist TRISH WALKER wichtig, weil ihre Einstellung zum Heldendasein, ihr moralischer Kompass sehr gegensätzlich zu den Richtschnüren einer JESSICA JONES sind. Hier ist eine Konfrontation vorprogrammiert.

Fazit: Interessant, spannend, aber durchaus wieder etwas zu lang (womöglich ein, zwei Folgen). Es geht kürzer, kompakter (DAREDEVIL BORN AGAIN hat es vorgemacht). Aber nach wie vor dank einer sehr feinen Charakterzeichnung wegweisend für MARVEL-Verfilmungen! 🙂

Streambar auf Disney+.

Sonntag, 15. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 1

Filed under: Comics im Film — Michael um 17:08

JESSICA JONES STAFFEL 1Straßennamen. Von früher. Aus der Kindheit. Das Aufzählen der Straßennamen soll helfen, das Trauma zu bewältigen. JESSICA JONES nutzt das Therapieinstrument, aber sie hasst es. Und sie glaubt nicht wirklich an dessen Wirkung. JESSICA JONES war einer fremden Gedankenkontrolle unterworfen. Obwohl sie über gesteigerte Körperkräfte und eine deutlich schnellere Selbstheilung verfügt, war sie dem Individuum, das unter dem Namen KILGRAVE agiert, hilflos ausgesetzt. Bis zum Tag ihrer Befreiung. An den sie sich voller Schuldgefühle erinnert. Denn an diesem Tag tötete sie einen Menschen.

JESSIA JONAS wiederentdeckt! Nachdem der MARVEL-Charakter in der 2. Staffel von DAREDEVIL DORN AGAIN zurückkehrt, lohnt sich ein Blick auf diese ungewöhnliche Figur im MARVEL CINEMATIC UNIVERSE, MCU. Grantig, aggro, selbstzerstörerisch, lässt keinen an sich ran, säuft wie ein Loch, frech, arbeitet als Privatdetektivin, nennt ihre Agentur ALIAS INVESTIGATION. Ihre Fälle: Ehebruch, Treuebruch. Mal von Männern, mal von Frauen angeheuert. Das Bild von Beziehungen, das sich ihr bietet, hilft auch nicht dabei, sich selbst auf eine solche einzulassen. Einzige Freundin: Ein junge Frau, TRISH WALKER (ehemals PATSY), die sie bereits aus Mädchentagen her kennt und irgendwie ihre Schwester geworden ist.

Doch dann ist da dieser Mann: LUKE CAGE. Barkeeper. Arbeitet viel des nachts. Verwitwet. Und JESSICA JONES gar nicht so unähnlich. Verbittert. Auch nicht an einer festen Beziehung interessiert. Und mit Kräften ausgestattet. Einer unzerstörbaren Haut. Gesteigerte Körperkraft. Was LUKE CAGE nicht weiß: JESSICA JONES hat seine Frau umgebracht, als sie unter der Kontrolle von KILGRAVE stand.

Da ist Drama vorprogrammiert, vor allem, wenn der Gegenspieler auftritt: KILGRAVE. Absoluter Narzist. Egoist, gänzlich ohne jedes Gewissen. Enorm mächtig, kann jedem seinen Willen aufzwingen. Das genügt schon. Wenn so jemand darüber hinaus eine ziemlich abartige Fantasie entwickelt, entstehen Situationen, die wahrscheinlich jeden MARVEL-Fan verblüffen (und der kennt ja nun wirklich einiges).

Das Schicksal nimmt seinen Lauf, JESSICA will KILGRAVE entkommen, doch der schleicht sich wieder in ihr Leben, bis es ihm sogar gelingt, es erneut zu dominieren. Die verhinderte HELDIN bemüht sich, zusammen mit ihren Freunden (darunter fällt eigentlich auch die enorm erfolgsfixierte Rechtsanwältin JERI HOGARTH, die ihre gleichaltrige Ehefrau WENDY zugunsten eines weitaus jüngeren flotten Fegers, PAM, verlassen will), den Psychopathen in eine Falle zu locken. Was schwierig ist, bei einem Menschen, der sich mit Worten verteidigen kann. Am Ende, das lässt sich nicht anders sagen, gibt es eine paar Splattereffekte.

Die Story könnte etwas kürzer sein, vielleicht ein, zwei Folgen und trotzdem hätte alles erzählt werden können. Insgesamt aber ist die ständige Bedrohung in der ersten Staffel spürbar und sehr, sehr gut umgesetzt. Darüber hinaus ist die Besetzung verdammt gut gelungen. KRYSTEN RITTER als JESSICA JONES, grandios abweisend. DAVID TENNANT als KILGRAVE, exzellent fies. CARRIE-ANNE MOSS als JERI HOGARTH, furchtbar kühl. REBECCA DE MORNAY als DOROTHY WALKER, so was von überspannt ehrgeizig. Und noch einige mehr.

Fazit: Von einer ziemlichen Anzahl von MARVEL-Serien ist die erste Staffel von JESSICA JONES ein echtes Highlight, weil hier der Schwerpunkt auf menschlicher Entwicklung liegt. Und das braucht es als Basis für eine vernünftige Superheldenumsetzung (erst recht, da JESSICA JONES keine Superheldin sein will). Sehenswert als Drama und als MARVEL-Verfilmung! 🙂

Nachtrag: Vielleicht findet noch jemand die erste Staffel auf DVD. Ansonsten ist die ehemalige Netflix-Produktion nun bei DISNEY+ streambar.

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