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Comic Blog


Freitag, 23. November 2012

Der rote Falke 3 – Verabredung bei Chantilly

Filed under: Abenteuer — Michael um 21:06

Der rote Falke 3 - Verabredung bei ChantillyAriane de Troil macht aus ihrer Fechtkunst kein Geheimnis. Für eine Frau ihrer Zeit steht ihr solch männlicher Zeitvertreib jedoch nicht zu Gesicht. Ariane ist es gleich. Für sie gilt es nur, ihre Ehre zu verteidigen, ganz besonders gegen derart aufgeplusterte Gesellen wie ihr Gegner einer ist. Nicht viele gibt es, so hat es den Anschein, die Ariane in der Fechtkunst überhaupt das Wasser reichen können. Bevor sie sich verraten kann, verlässt Ariane die hochwohlgeborene Gesellschaft bei Hofe und macht sich auf zu einem neuen Husarenstück des roten Falken.

Verabredung bei Chantilly. Schnee hält das Land im Griff, doch Gold muss transportiert werden. Für den roten Falken wird die Beute wie auf dem Silbertablett serviert. Zwar gilt es mit einer stattlichen Anzahl von Soldaten fertig zu werden, aber der Haudegen bricht seine Aktion nicht übers Knie und hat im Vorfeld alles genau durchdacht. Sehr zum Ärger der Offiziere, die sich kurz zuvor noch über den maskierten Banditen lustig gemacht haben.

Der Falkenkäfig und Die Werwölfe setzen die Episoden in diesem vorliegenden dritten Band der Reihe fort. Ist auch die zweite Episode von einem gewissen Ganovencharme geprägt und einem ordentlichen Zweikampf, so fällt die dritte Geschichte über eine Räuberbande im Wolfspelz deutlich düsterer aus. Der rote Falke steht Gegnern gegenüber, die so gar nichts Galantes mehr an sich haben und weit entfernt sind von höfischem Gehabe. Allerdings muss er sich so auch nicht mit besonders durchdachten Fallen oder Intrigen herumschlagen. Stattdessen ist die große Brutalität weitaus offenkundiger.

Patrick Cothias befindet sich hier noch in der episodischen Phase des ersten Zyklus. Kleine Abenteuer, im Stile der Entstehungszeit erzählt, lose verknüpft, vermitteln weiterhin ein Bild des roten Falken, wie es französische Kostümfilme sicherlich mitprägten. Unterhaltung steht hier noch im Vordergrund, ein wiederkehrendes Gerücht kündet von der Vergangenheit des roten Falken, es geht aber noch nicht derart in die Tiefe und ist weitaus weniger tragisch als der zweite Zyklus um die Vorgeschichte von Ariane de Troil.

Andre Juillard besitzt, will man einen Vergleich mit dem später die Reihe übernehmenden Marco Venanzi ziehen, einen frechen Strich, der auch die Szenerie, insbesondere die Hauptfigur der Ariane de Troil prägt. Sie ist zwar weiblich, aber auch ausgesprochen spitzbübisch. Unter der Maske geht der Effekt verloren. Die Darstellung der Frau jedoch wirkt ungeheuer frech und erinnert optisch ein wenig an Marlene Jobert (Musketier mit Hieb und Stich. Jedenfalls wäre sie in einer Rollenumsetzung optisch perfekt gewesen.

Der nötige Strich sitzt, er karikiert auch die herrschende Klasse ein wenig, überzeichnet. Hier blitzt der französische Humor der bemäntelten Degenfilme sehr stark durch, so dass man sich als Leser nur zurücklehnen und heiter genießen kann. So darf Abenteuer ausschauen und fesseln.

Spannend, kurzweilig, so setzt das Team Cothias und Juillard die Reihe fort. Gut, aber noch nicht mit der Tiefe und Tragik erzählt, mit der Cothias die Vorgeschichte des roten Falken angeht. 🙂

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Oder bei Finix Comics.

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