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Comic Blog


Donnerstag, 27. März 2014

LANFEUST Odyssee 4 – Die große Jagd

Filed under: Abenteuer — Michael um 10:09

LANFEUST Odyssee 4 - Die große JagdDes Mordes verdächtigt und frisch verheiratet, befindet sich Lanfeust mit seinem FreundHebus, dem Troll, nebst Ehefrauen auf der Flucht. Obwohl mit allerlei Gefahren bekannt, ist diese Situation, in der ihm Kopfgeldjäger auf der Spur sind, etwas ungewohnt. Während Erfindungsgeist und Hartnäckigkeit die Flüchtigen antreibt, folgen die Jäger aus Geldgier wie auch aus einem magisch erzeugten Verlangen des blinden Hasses heraus. Beide Seiten agieren mit brutaler Konsequenz, gehören doch zu den Verfolgten ein Troll und zu den Verfolgern immerhin ein Halbtroll. Die vordergründige Jagd, das Bestreben, am Leben zu bleiben, lässt den Grund für die wilde Hatz quer durch das Land beinahe in Vergessenheit geraten, denn der Aufwand der Verfolgung wird von Tag zu Tag größer und all die Opfer seitlich des Weges, Unbeteiligte oft, werden immer mehr.

Da helfen auch eheliche Vergnügungen, derer sich Lanfeust weder erwehren kann noch will, kaum über die Anstrengungen und die Gefahren, denen sie häufig nur um Haaresbreite entgehen, hinweg. Ein unglaubliches Phänomen hält außerdem die Welt von Troy in Atem. In einer Welt, in der jeder über eine magische Fähigkeit verfügt, ist das Ausbleiben derselben ein Grund zur Panik. Nach so langer Zeit, in der die menschlichen Bewohner von Troy mit ihren Fähigkeiten umzugehen lernten, kommt der Verlust einer Amputation gleich und kann, wenn es von einer Sekunde auf die andere erfolgt, lebensgefährlich sein.

Ein Kopfgeldjäger hat es nicht leicht. Auch nicht, wenn er wie Lee Van Cleef aussieht. Vergewaltiger können ihr grausames Werk nicht einmal beginnen, wenn ein Ehemann wie Lanfeust in der Nähe ist. Fliehen können sie auch nicht, wenn ein hungriger Troll wie Hebus den Rückzug abschneidet. Und das sind nicht die einzigen Gefahren. Autor Christophe Arleston lässt den Auslöser für Lanfeusts Odyssee deutlich in den Hintergrund rücken und konzentriert sich auf die Beschreibung der Flucht und neue Abschnitte dieser riesigen Welt, in der immer neue Überraschungen auf den Leser warten. Dabei kann durchaus von einer Steigerung der Größe der Gefahren gesprochen werden. Für einen Helden, der bereits zu den Sternen reiste, ist dies keine leichte Aufgabe. Christophe Arleston wäre aber nicht der Erfolgsautor, der er nun einmal ist, hätte er sich nicht etwas besonderes dafür ausgedacht.

Doch vorher gilt es das neue Familienleben zu pflegen und auch zu nutzen. Wir erinnern uns. Eine Folge zuvor war Lanfeust noch nicht begeistert, in den Genuss gleich mehrerer Ehefrauen zu kommen. Nun kann er deutlich, in vielerlei Hinsicht, ihre Nützlichkeit erkennen. Natürlich verwenden Christophe Arleston und sein Kollege, der Zeichner Didier Tarquin, dieses Zusammenspiel für allerlei Situationskomik, über unter der Gürtellinie. Die Damen haben allerdings Fertigkeiten, die nicht nur einer Ehe zugute kommen, auch auf der Flucht sind sie im weitesten Sinne hilfreich. Kleine Tricks und gewaltige Ungeheuer sorgen für zwischenzeitliches Augenzwinkern. Die Art der Nachrichtenübermittlung weiß hier für ein Schmunzeln zu sorgen und steht gleichzeitig als gelungenes Beispiel für den tollen Einfallsreichtum, den Christophe Arleston hier pefekt auszudrücken weiß.

Sobald die recht besondere Stadt in dieser Ausgabe auf recht besondere Weise erreicht worden ist, warten eine irrwitzige Architektur und ebensolche Monster auf den Leser. Hier darf Didier Tarquin sich fulminant ausdrücken, gerät sein Talent häufig sehr stark zum Tragen, wenn die Szenerie beinahe aus den Bildern zu brechen droht und sich Abschnitte mit der Wucht eines Katastrophenfilms gerne auch seitenweise ausbreiten. Das ist Fantasy-Kintopp vom Feinsten und lässt meist auch den Humor von Arleston vermissen, der dann ganz auf seine Haudegenhelden zur Bereinigung der Situation setzt. Diese wird in einem langen Finale auf die Probe gestellt. Aus einer Maskerade im Stile einer französischen Komödie wird ein Hollywoodkracher, wie es auch ein Roland Emmerich nicht besser inszenieren könnte. Diese Abwechslung ist eine der Stärken von LANFEUST, auch im vierten Teil um seine ganz persönliche Odyssee.

Offene Fragen, eine neue Bedrohung, deren Klärung angesichts ihrer zur Schau gestellten Macht, keine leichte Aufgabe für die nächsten Abenteuer werden dürfte. Wenn Christophe Arleston einem seiner Helden extra viele Steine in den Weg legt, dann ist es LANFEUST. Eine zweite Serie mit dieser Figur, die inzwischen traditionell rockt! Sehr gut! 🙂

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