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Comic Blog


Montag, 11. Februar 2013

The Homeland Directive

Filed under: Thriller — Michael um 19:27

THE HOMELAND DIRECTIVEDr. Laura Regan, Mitarbeiterin am CDC, hält ihre viel beachtete Rede, nicht ahnend, dass ein Kollege von ihr ermordet worden ist. Zeitgleich sorgen sich Ärzte um einen kleinen Jungen, dessen Krankheitsursache ungeklärt ist. Ein Empfang bedeutet auch Arbeit. Laura Regan tauscht sich mit dem behandelnden Arzt aus, verspricht Hilfe. Ein Polizist unterbricht das Gespräch. Die Nachricht bestürzt sie. Ein Kollege ermordet? Erstochen? In Atlanta? Der Detective möchte Laura bei den Ermittlungen hinzuziehen, will ihre Befragung durch die Kollegen aus der anderen Stadt ermöglichen. Es kommt anders. In der Tiefgarage, auf dem Weg zum Wagen, werden sie gestoppt. Ein Taser setzt den Polizisten mit einem Stromstoß außer Gefecht …

Traue deiner Regierung nicht. Diese Grundeinstellung ist eines der Argumente für den Besitz von Schusswaffen in den Vereinigten Staaten. Aber diese Grundeinstellung generiert auch einige hoch spannende Thriller, in denen die Regierung das ihr entgegengebrachte Misstrauen trefflich unter Beweis stellt. Mit The Surrogates gelang Autor Robert Venditti bereits eine sehr interessante Dystopie zum künftigen Leben in der Heimat der Tapferen.

Nach dem 11. September 2001 hat sich das politische Leben einmal mehr in den Staaten verändert. Ähnliche Wendepunkte waren vielleicht der Überfall auf Pearl Harbor oder der (getürkte) Tonkin-Zwischenfall. Ein Land fühlt sich bedroht. Oder soll sich bedroht fühlen. Der Einsturz der Zwillingstürme zeigte der USA nicht zum ersten Mal ein Maß der Angreifbarkeit von innen. Doch nach Meinung der Verantwortlichen in Regierung und Administration sowie des neu gegründeten Homeland Security Ministeriums flacht das Bedrohungsgefühl in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit allzu schnell ab. Eine neue Bedrohung muss her, eine, die nachhaltiger ist. Eine, die die Regierung in besserem Licht erstrahlen lässt. Als Retter in der Not.

Wenn also nicht die Bedrohung nicht nur von innen kommt, sondern auch noch von ganz oben, wer kann da überhaupt noch sicher sein? Eine junge, sehr fähige Ärztin, Dr. Laura Regan, arbeitet für das CDC, das Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention. Plötzlich wird sie entführt. Aber die Männer, die sie verschleppen, wollen ihr nicht schaden, sondern sie vielmehr beschützen. Man eröffnet ihr, dass die Regierung die Absicht habe, sie zu töten. Die Männer, die ihr diese Nachricht überbringen, sind selbst in unterschiedlichen Funktionen für den Regierungsapparat tätig.

Im Hintergrund ist ein schmutziger Plan bereits in vollem Gange. Robert Venditti beschränkt sich auf ein relativ enges Szenario und wirft weiterführende Informationen wie Puzzleteile in die Handlung ein. Vordergründig verfolgt der Leser die Gejagten wie auch die Jäger in dieser Geschichte. Jeder agiert aus seiner Überzeugung heraus. Von Patriotismus bleibt nicht mehr viel übrig, wenn das Leben tausender Menschen auf dem Spiel steht. Die Erzählweise fügt sich schön in neue Techniken ein, wie sie zur Zeit gerne in Roman und Film Verwendung finden. Nah dran an den Personen, ohne Gefühlsduselei, präsentiert Robert Venditti einen Verschwörungsthriller, die sich auch ein Tom Clancy für seine Thriller hätte einfallen lassen können.

Grafisch arbeitet Mike Huddleston mit seiner Erfahrung als Comic-Zeichner, Konzeptzeichner und Illustrator mit einem ebenfalls leichten Konzept. Darauf abzielend die Handlung nicht unnötig auszubremsen, zeigen die Grafiken das Nötige. Haltungen, Gesichtausdrücke, Farbeindrücke, inspirierende Hintergründe, auch mal ein echtes Accessoire sorgt für Aufmerksamkeit. Das besitzt mehr Realismus, als es ein Brett Wedele in The Surrogates aufwendete, Vendittis anderem, sehr erfolgreichen Thriller.

Andererseits werden gute alte Rasterfolien eingezogen, werden Hintergründe speziellen Aktionen und Motiven zugeordnet (so finden sich in den Szenen mit den Regierungs-Nerds Millimeterpapierraster im Hintergrund). Huddleston liebt das Spiel mit der Verfremdung, verwendet auch Collageanklänge und unternimmt immer neue Anläufe, um das Auge des Lesers zu fordern, um die Aufmerksamkeit hoch zu halten. Die Idee funktioniert und hält zieht mit der Erzählung gemeinsam an der Spannungsschraube.

Ein solide erzählter Thriller, dessen Handlung immer engmaschiger wird und einen gewissen Suchtfaktor von Seite zu Seite entwickelt. Das grafische Konzept der Graphic Novel ist mutig, aber nicht überfordernd und trifft den Nerv der Geschichte, auch neuere Lesegewohnheiten. Zeitgemäß und rasant. 🙂

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