Zum Inhalt springen


Comic Blog


Dienstag, 10. Januar 2012

Benjamin angelt sich den Mond

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 19:50

Benjamin angelt sich den MondEin Junge und sein Haustier: Eine Schnecke. Es kann nicht sicher sein, ob Benjamin tatsächlich ein solches Haustier hat. Vielleicht bildet er es sich auch nur ein. Tatsache aber ist, dass die Schnecke ein ziemliches schlaues, bisweilen sogar weises Tier ist, dessen Gesellschaft für den aufgeweckten Jungen ein echter Glücksfall ist. Benjamin, der in der Schule lieber träumt, auch Schmetterlinge beobachtet, während die anderen fleißig lernen, hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Ideen. Seine Vorstellungskraft ist möglicherweise größer als die von anderen Kindern. In jedem Fall besitzt er neben dieser Gabe auch noch ein nicht minder großes Herz.

Alberto Varanda hat mit Benjamin eine klassische Jungenfigur geschaffen, im besten Sinne einen Lausbuben, der in einem Stapel Gerümpel liegen und sich vorstellen kann, er liege inmitten von Monden und Sternen. Benjamin ist eines jener Kinder, die Fragen über Fragen haben, die sich auch ihre Antworten mit kindlicher Logik selber geben und manchmal auch eine echte, bittere Antwort bekommen. Für diese Rolle, der des Ratgebers, des sehr geduldigen Zuhörers, ist die Schnecke auserkoren. Varanda hätte sicherlich auch ein anderes kleines Tier wählen können, doch mit der sehr vereinfachten Mimik, einem sehr trockenen Humor folgt er deutlich dem alten Leitsatz: Weniger ist mehr.

Benjamin: Das ist ein kleiner Junge mit großen Augen, einem runden Kopf und wirrem Haarschopf. Sein kleiner Körper steckt in viel zu großer Kleidung und kleinen Schuhen. Obwohl die Ansicht der kleinen Episoden optisch nostalgisch anmutet, ist Benjamin ein moderner Junge. Wirkt die Schule auch, als sei sie noch der Phantasie eines Mark Twain entsprungen, sind Benjamins Interessen auch bei Batman und Astronauten zu finden. Halloween und Sport mag er, aber eines, das ist auch durch den Üntertitel des ersten Bandes zu vermuten, mag er ganz besonders: Die Sterne und den Mond.

Die grafische Qualität des Titelbildes ist hier durchgehend zu finden: Sehr feine Striche, sehr weiche Farbaufträge, leichte Verläufe und eine konsequent durchgehaltene sepiafarbene Grundtönung, die das nostalgische Flair der kleinen Episoden verstärkt. Manchmal zeichnet Varanda seinen Benjamin vor einer Landschaft, einem Gemüsegarten, manchmal vor einem Küchentisch, auf einer Laufbahn oder auch vor einer leeren weißen Fläche. Es sind kleine Sketche, Komödie und Tragödien, Träume und Gedanken. Manchmal genügt nur ein Bild, an anderer Stelle stellt er die Bilder klassisch in Reihe oder er wählt als Stilmittel eine Forma der Collage.

Das ist meist heiter, selten traurig, weniger selten nachdenklich und stets irgendwie freundlich und putzig. Varanda weiß zweifellos, welche Wirkung er mit seinen kugeligen Knuffelfiguren erzeugen kann. In gewisser Weise könnte Benjamin auch von den Peanuts inspiriert sein. Varanda arbeitet jedoch viel penibler als ein Charles Schulz.

Manchmal gibt es Geschichten oder auch Figuren, ganz gleich in welchem Medium, im Roman, Film oder wie hier im Comic, die sieht man und es ist einfach schön. Die genießt man einfach. So ist es mit Benjamin. Einfach aufschlagen, in Häppchen genießen oder gleich komplett. Einfach schön. 🙂

Benjamin angelt sich den Mond: Bei Amazon bestellen

Keine Kommentare »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. | TrackBack URI

Leave a comment

You must be logged in to post a comment.