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Comic Blog


Dienstag, 22. November 2011

Star Trek – McCoy

Filed under: SciFi — Michael um 17:28

Star Trek - McCoyDr. McCoy und Theela befinden sich inmitten eines Schlachtfeldes und flüchten um ihr Leben. Duncan, der dritte Mann ihres Teams, ist verschwunden. Beide machen sich große Sorgen, unternehmen können sie indes nichts. Als sie kurz darauf gefangen genommen werden, Ein alter Bekannter, Gary Seven, klärt McCoy über die Hintergründe des Krieges auf, in den sie völlig ohne Vorwarnung geraten sind. Das Leben der kleinen Gruppe steht auf des Messers Schneide. Eine Fluchtmöglichkeit scheint es nicht zu geben, eine Lösung des Problems kann erst gar nicht in Erwägung gezogen werden. Die Lage ist, wie so oft und Dr. McCoy kennt sich aus, aussichtslos.

Mag der erste Star-Trek-Kinofilm so manchen Fans auch nicht den Geist der originalen Serie eingefangen haben, so gehört er dennoch zur Chronologie der Reihe. Und so stellt sich die Frage, wie manches Besatzungsmitglied seine Zeit zwischen den Einsätzen auf dem Fernsehschirm und jenem ersten Kinoauftritt verbracht hat. Der Comic-Autor und Zeichner John Byrne (u. a. Die fantastischen Vier, Die Rächer) hat sich dieses Themas angenommen und die Lücken im Lebenslauf von Dr. McCoy mit viel Gespür für die knurrige Star-Trek-Figur geschlossen.

Der Mann mit dem Bart: Wer ihn vermisst hatte, bekam ein erstaunliches Bild zu sehen, als Leonard McCoy im ersten Star-Trek-Kinofilm von der Transporterplattform trat und einmal mehr überprüfte, ob während des Beamens nicht noch Teile im Nirgendwo verblieben waren. Die hier vorliegenden gesammelten Abenteuer erzählen von McCoys Abenteuern auf dem vergleichsweise kleinen Raumschiff Joanna. An seiner Seite lernt der Leser neue Weggefährten kennen: Duncan und die anfänglich etwas ruppige und hochnäsige Theela, eine Angehörige des Volkes der Andorianer.

Das erste Abenteuer ist typisch für den Aufbau der frühen Fernsehfolgen der Original-Serie wie auch der ersten Staffel der Neuen Generation, bevor sich rote Fäden innerhalb des Universums richtig etablierten. Neuer Planet, neues Rätsel: Ein Planet wehrt sich. So könnte die Episode auch heißen. Aber Unkraut trifft es auch. Wie aus den Serien bekannt, müssen sich die Charaktere wenn schon nicht lieben lernen, so doch wenigstens zusammenraufen. Ruppige Theela trifft auf knurrigen McCoy, keiner will sich etwas vom anderen sagen lassen. Gar keine Frage, dass alsbald hier die verbalen Fetzen fliegen. Aber auf den Konflikt folgt gemäß eines Grundgesetzes von Star Trek auch bald die Annäherung, wenn nicht gar die Versöhnung.

So setzt sich die aufmüpfige Theela sehr bald schon für den Doktor ein. John Byrne, der Comic-Veteran, ahnt auch, dass neue Gesichter vielleicht nicht ausreichend sind, um den Fan zu fesseln. In kleinen Rahmenhandlungen begegnet der Leser so auch einem belustigten James T. Kirk, der sich die Abenteuer seines alten Freundes McCoy in Tagebuchform zu Gemüte führt. Etwas intensiver steigt Montgomery Scott, der an dieser Stelle allseits bekannte Chefingenieur der Enterprise, in die zweite Episode im vorliegenden Band ein. Ebenso finden sich Dr. Chapel und Nummer Eins, die bereits unter Captain Pike diente und inzwischen Admiral ist. Interessanterweise wurden in der Serie beide von Majel Barrett gespielt.

Byrne zeichnet realistisch und wiedererkennbar. Man könnte behaupten, McCoys Bart mache ihm die Darstellung leichter, ihm gelingen die übrigen Bekannten jedoch auf Anhieb. Die flink ausgeführten Tuschestriche sitzen und explodieren nur selten in der alten Marvel-Manier, die schon bei Jack Kirby und John Buscema zu finden ist. Die Zeichnungen sind teilweise auch minimalistisch zu nennen, doch Byrne hat für sich einen Weg gefunden, einen runden Mittelweg aus Erzählung und Zeichnung zu beschreiten, der hier hervorragend funktioniert.

Für Fans der Star-Trek-Reihe: Sehr schön gezeichnet, von einem Urgestein des Comic-Genres, John Byrne, der die bekannten Gesichter fein einfängt. Darüber hinaus versteckt Byrne viele Anspielungen, verschafft einzelnen Charakteren neue Auftritte und zeigt ganz nebenbei, was aus dem einen oder anderen noch bei der Sternenflotte geworden ist. Das ist tolle Star-Trek-Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite. 🙂

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