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Comic Blog


Samstag, 28. Mai 2011

Vasco 23 – Der weiße Tod

Filed under: Abenteuer — Michael um 13:54

Vasco 23 - Der weiße TodVasco wird im Kerker gefangen gehalten. Krank, vom Fieber geschüttelt hängt er kraftlos in Ketten. Zwei Ärzte, die ihn untersuchen, versichern, dass er nicht an der Pest erkrankt ist, jener Geißel, die wie ein Fluch über dem Land liegt. Vasco darf nicht sterben, denn zuvor soll er Antwort geben. Es gab drei Kisten, mit Gold gefüllt und nun verschwunden. Vasco wird verdächtig, das Gold gestohlen zu haben. Doch alle Verteidigungen Vascos werden nur als Ausflüchte abgetan. Seine Zeit scheint gekommen, da ergibt sich eine letzte Gelegenheit zur Flucht.

Wunderbares Mittelalter: Nicht nur Langlebigkeit zeichnet diese Serie aus. Mit dem 23. Band setzt sich die akribische Darstellung jener Zeit fort, nicht beschönigend, abenteuerlich, spannend, im besten Sinne gestaltet wie frühere Leinwandepen aus Hollywood: Prachtvoll ausgestattet, in fernen Ländern angesiedelt, zwischen Burgen, Städten und Dörfern, mit Helden, im Kampf und auf der Flucht, schönen Frauen, finsteren Gaunern, fintenreichen Schachzügen und, so wie es sich gehört, einem Triumph für denjenigen, der sich so angestrengt hat: Vasco.

Die Abenteuer von Vasco waren niemals auf ein bestimmtes Land konzentriert, so konnte der Leser verschiedene Stationen, unterschiedliche Kulturen und stets neue Ausgangssituationen für die Handlungen kennenlernen. In dieser 23. Episode mit dem Untertitel Der weiße Tod der 1980 laufenden Serie hat es Vasco nach Toledo, in Kastilien, verschlagen. Vasco befindet sich in Gefangenschaft und wird eines nicht begangenen Verbrechens angeklagt. Zu seinen Ungunsten handelt es sich um eine nicht unwichtiges Verbrechen. Geld und Gold ist verschwunden. Geld, mit dem Soldaten bezahlt werden sollten. Und Soldaten, die nicht bezahlt werden, holen sich ihren Sold selbst (wenigstens in jenen frühen Tagen).

In dem von Gilles Chaillet geschilderten Abenteuer finden sich neben Ränken und Intrigen auch Liebeleien und handfeste Kämpfe. Chaillet, durchaus als ein Veteran im Bereich Comic zu bezeichnen, hält die Geschichte durchgängig im Fluss und obwohl diese ihren ersten Teil in Band 22, Die schwarze Dame, hat, fällt der Einstieg leicht (sicherlich ist auch schöner, den Beginn der Handlung zu kennen).

Pompös gestaltetes Mittelalter: Im klassisch von Toblanc gezeichneten Abenteuer erwacht ein ganzer Landstrich jener Tage zum Leben. So ist Vasco nicht nur schön und abwechslungsreich erzählt, sondern bietet auch einen dichten Einblick in die Landschaft, die Architektur, die Mode jener Zeit. Gebräuche, Ausstattung und Ansichten sind so liebevoll und akribisch dargestellt, dass Vasco durchaus im Verbund mit historischen Abhandlungen zur besseren Verdeutlichung jener Zeit gelesen werden mag. Wie wichtig einem Gilles Chaillet eine historisch korrekten Darstellung ist, hat er sogar schon mit dem Sachbuch Das Rom der Kaiserzeit verdeutlicht. Dieser Blick auf die Epochen setzt sich mit den Abenteuer auf Vasco fort.

Toledo, Kastilien, Spanien, Sevilla: Aus einer Flucht wird eine Reise, die Toblanc in faszinierende Ansichten verpackt. Gerade, da die Rittergeschichten aus jenem Landstrich eher selten sind (außer in der echten Historie natürlich), bleiben die Augen gebannt am leichten Strich der Bilder hängen. Das ist nicht ganz die klare Linie, aber eine vereinfachte und sicher gezeichnete, die keine Abstraktion mag. Grafische Höhepunkte sind ein Sturm auf eine Burg, ebenso eine Prozession von Gläubigen durch Sevilla, ein Brauchtum, das heute noch existiert. (Stichwort: Semana Santa)

Die 23. Episode schließt das Vorgängerabenteuer inhaltlich ab. Ganz großes Historienkino, spannend von Beginn an, mit viel Gespür für historische Details erzählt und gezeichnet. Sehr schön. 🙂

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