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Comic Blog


Sonntag, 18. Juli 2010

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure 4

Filed under: Abenteuer — Michael um 20:34

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure 4 - Bedrohung auf MururoaIn der Luft sind sie Könige: Tanguy und Laverdure beherrschen ihre Jets mit absoluter Perfektion. Am Boden jedoch … Tanguy ist und bleibt beherrscht und genau, ein Flieger, wie ihn sich jede Flugstaffel wünscht. Laverdure hingegen, am Steuerknüppel ein Himmelsgott, könnte am Boden kaum tollpatschiger sein. Die Fähigkeiten in der Luft sind es jedoch, die die beiden Flieger für ihre neue Aufgabe prädestinieren. Sie sollen im kleinen südamerikanischen Land Managua noch unerfahrene Piloten an der französischen Mirage ausbilden. Zuerst sieht es nach einem ungewöhnlichen, aber keinesfalls gefährlichen Auftrag aus. Das Blatt wendet sich allerdings schnell, als Tanguy und Laverdure vor Ort von der aktuellen politischen Lage erfahren. Beide sind geradewegs auf dem sprichwörtlichen Pulverfass gelandet.

Managuas Nachbarland San Martin wartet nur auf eine Gelegenheit, um in den anderen Staat einzufallen. Obwohl sich Tanguy und Laverdure bemühen, ihre Aufgabe zu erfüllen und jegliche Provokation ausklammern wollen, haben sie nicht mit der Dreistigkeit der Maßnahmen von San Martins Dikatator gerechnet. Sehr bald schon müssen sie alles unternehmen, damit ein Krieg noch einmal abgewendet werden kann.

Krieg und Atombombentests. Autor Jean-Michel Charlier und der Nachfolger von Albert Uderzo, der Zeichner Jije lassen kein heikles Thema ihrer Zeit aus. Augerechnet die beiden Piloten Tanguy und Laverdure werden nach Tahiti geschickt, zweitausend Kilometer von Mururoa entfernt, wo Frankreich Atombombentests stattfinden sollen.

Die Titelbilder, der in diesem Sammelband vereinten drei Geschichten nehmen Bezug auf die Fernsehserie um die beiden Piloten, deren Rollen von Jacques Santi (Tanguy) und Christian Marin (Laverdure) gespielt wurden. Die beiden Schauspieler sind besonders auf den Titelbildern der zweiten und dritten Geschichte, Zielort Pazifik und Bedrohung auf Mururoa in den Mittelpunkt gerückt. Insbesondere auf letzterem schießt, für Comic-Bände ein recht seltenes Motiv, ein Atompilz in die Höhe.

Ließ sich zu Beginn der Übernahme des Zeichenstifts durch Jije noch eine grafische Verwandtschaft zu seinem Vorgänger Uderzo feststellen, scheint dieses Erbe nun abgeschüttelt. Optisch rückt Jije mehr in die stilistische Nähe eines William Vance (u.a. Bob Morane, XIII, Bruno Brazil), ohne jedoch die Härte des Strichs zu besitzen. Jije gleitet immer noch ein wenig in die Verspieltheit ab, gönnt sich hier und da den Strich einer Karikatur. Insgesamt zeichnet er runder als sein Kollege Vance. Seine Figuren sind immer bestrebt Charaktere zu sein, während sich bei manchen Kollegen viele Gesichter nur mit anderen Frisuren oder Haarfarben häufig wiederfinden.

Geht es in der ersten Geschichte verstärkt in der Luft zur Sache, verlagert sich der Schwerpunkt in den beiden nachfolgenden Abenteuern deutlich hin zu Szenen, die atmosphärisch an Agententhriller erinnern. Charlier, der nie ein Geheimnis daraus gemacht hat, seine Inspiration auch dem Kino zu verdanken, könnte hier von Filmen wie James Bond jagt Dr. No und Feuerball in die richtige Richtung geführt worden sein. Zeitlich könnte es jedenfalls von den Veröffentlichungen her hinkommen.

Entsprechend wird alles ausgeschöpft, was die pazifische Region zu bieten hat. Strände, Dschungel, Meer, Haie, Tauchgänge, Tiefflüge über dem Wasser, Lagunen, schöne Frauen und natürlich: High Tech in Form von modernen Jagdflugzeugen (jedenfalls in der zweiten Hälfte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts). Jije hatte sehr viel Kleinarbeit mit diesen Geschichten, die noch das letzte Quäntchen Platz aus einer Seite herausholen und filmisch mitreißen.

Tolle Flieger-Unterhaltung mit zwei überaus sympathischen Helden, in dieser Zusammenfassung ein pralles Lesevergnügen für alle, die Action gepaart mit einer intelligenten Erzählung mögen. Und darüber hinaus ein vorbildlicher Klassiker. 🙂

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