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Comic Blog


Donnerstag, 27. August 2009

Die Maxiausgabe der Minimenschen 4

Filed under: Cartoon — Michael um 18:34

Die Maxiausgabe der Minimenschen 4Es war im Dezember 1941, als der britische Angriff auf ein deutsches Tankschiff stattfand. Leider verschwand dabei auch das britische Jagdflugzeug mit der Kennung Moskito 417. An Bord befand sich der Vater von Andreas, eines der Minimenschen. So lange hat Andreas schon in der Umgebung des Angriffs nach seinem Vater gesucht und nichts gefunden. Doch heute hat er dazu einen neuen Verbündeten: Renaud. Und Renaud liebt scheinbar aussichtslose Aufgaben. Eine weitere Suche beginnt.

Piraten! Seron ist mit diesem Thema aktueller denn je. Ein großer weißer Zweimaster zieht seine Bahn über das Meer und taucht dort auf, wo etwas zu holen ist: Er überfällt moderne Kreuzfahrtschiffe. Pierre Seron und Hao nehmen ihre damals wahrscheinlich meist jugendlichen Leser mit auf eine Schauermähr Reise, auf der ihr kleiner Held Renaud eine weitere seiner unheimlichen Begegnungen hat. Diesmal allerdings handelt es sich wieder um ein Sahnehäubchen.

Alles beginnt, wie stets bei Seron und seinen kreativen Mitstreitern, ziemlich normal. Hier ist es ein kleines Walfangboot, das den Blick des Betrachters auf sich zieht. Aber es ist auch ein sehr kleines Walfangboot, so klein, wie es eben bei Minimenschen aus Eslapion (der kleinen Stadt der Minimenschen) der Fall ist. In einem solchen Fall wird ein Thunfisch zum Wal. Und wie einst der weiße Wal geht auch dieser Thunfisch mehr als nur rabiat mit dem Schiff und seiner Besatzung um. Alleine daraus ließe sich schon eine Geschichte entwerfen. Aber Seron und Hao ist das alles noch zu normal. Wenig später wandelt sich der Auftakt in eine Suchaktion, die so auch aus dem Nebel des Grauens entliehen sein könnte.

Im Zuge der Erarbeitung des Rätsels Lösung kommen selbstverständlich wieder eine ganze Reihe von Fluggeräten zum Einsatz. Außerdem ist eine ausgefeilte Technik letztlich der Kern des Geheimnisses. Weniger gruselig (und in gewisser Weise mit dem Abenteuer um das Geisterschiff verbunden) verläuft das Abenteuer Das Auge des Zyklopen. Dafür ist es technisch aufwändiger (für jene, die mitspielen) und auch grafisch etwas darstellungsfreudiger. Eine Illusionsmaschine sorgt für falsche Einsichten wie Häuser, Straßenzüge, Fahrzeuge und Menschen. Ausgerechnet ein Großer bildet mit seinen Erlebnissen den Auftakt der Handlung. Hier könnten die Einfälle eines Fantomas in der Komödientrilogie mit Louis de Funes Pate gestanden haben. Wenn den eigenen Augen nicht mehr zu trauen ist und plötzlich eine Freiheitsstatue auf der grünen Wiese steht, dann haben Seron und Hao wieder zugeschlagen und treiben einen blendenden Schabernack mit ihren Lesern.

Nicht nur die technischen Zeichnungen, die Kulissen aus Landschaft, Fahrzeugen, Städten und anderem haben es Seron angetan. Zwischendurch menschelt es ordentlich. So oft auch diverse Luftflitzer zum Einsatz kommen (besonders gerne Jagdflieger aus dem Zweiten Weltkrieg oder auch die heißgeliebte Mirage), so gut arbeitet Seron auch mit seinen Charakteren. Neben wiederkehrenden Figuren, allen voran natürlich Renaud, bemüht sich Seron auch um die Nebenrollen. Gleich mit der Kurzgeschichte Das Haus zum grünen Zahn werden alle Beteiligten sorgsam etabliert. Die Geschichte um einen entführten Jungen ist so aufgebaut, dass der Leser zu jeder Zeit den Fieslingen ihr Schicksal so richtig gönnt.

Aber der Spaß steht bei aller Ernsthaftigkeit manches Themas natürlich im Vordergrund. Dies betrifft die kleinen Geschichten Keine Violine für den Geiger, Das Haus der Stahls und erst recht Eine schlumpfige Reise, in der die kleinen Menschen auf die kleinen Schlümpfe treffen. Hier holen Seron und Hao einiges aus dem Crossover heraus, aber bestimmt nicht alles. Es muss ihnen zugute gehalten werden, dass ihnen auch schlicht der Platz fehlt. Beide Seiten hier zusammengebracht hätten eine bombastische Geschichte ergeben können. So liegt der Schwerpunkt auf Klamauk, der jedoch vorzüglich gelingt.

Kleine Klassiker, so steht es auf der Rückseite des vorliegenden Bandes. Treffender ließe es sich nicht sagen. Die Minimenschen sind zeitlose Klassiker und längst den Kinderschuhen entwachsen, für die sie einmal gedacht waren. Diese Komik funktioniert in allen Altersstufen. Ein schöner frankobelgischer Humor, uneingeschränkt empfehlenswert. 🙂

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