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Comic Blog


Montag, 19. Januar 2009

Warcraft Legends 1

Filed under: Abenteuer — Michael um 19:31

Warcraft Legends - Band 1Kleiner Mann ganz groß: Der Gnom Lazlo Widget hat ein Problem. Das Dorf, in dem er eine neue Heimstatt fand, ist bevölkert von Zwergen, die nicht allzu viel von ihm halten. Seine Versuche, freundschaftliche Kontakte zu pflegen, gelingen nicht einmal mit den beiden anderen Gnomen im Dorf. Was also tun? Eine Art Rollenspiel, von Lazlo ausgedacht, wollen die Besucher der Taverne jedenfalls nicht mitmachen. Sehr bald schon haben die Leute auch eine weitaus wichtigere Angelegenheit im Kopf: Ein Troll ist auf dem Weg zum Dorf und niemand scheint ihn aufhalten zu können? Was soll da ein Gnom ausrichten, dessen Beruf in der Anfertigung von Zündschnüren besteht?

Trag, Sohn des Gorn, hat ebenfalls ein Problem. Als aufrechter Taure hat er seine Würde bewahrt, leider ändert das nichts an der Tatsache, dass er untot ist. Trag würde diesen Zustand gerne ändern und sucht zu diesem Zweck einen Schamanen seines Volkes auf. Dieser erkennt den Gefallenen wieder. Es scheint eine Lösung zu geben, den furchtbaren Fluch aufzuheben, aber kann Trag dem Schamanen trauen?

Die Reise führt in ein Gebiet namens Andorhal, in dem die Seuche längst die Oberhand gewonnen hat. Ein kleiner Trupp will es trotzdem wagen und versuchen, die Ländereien zurückzuerobern. Angeführt von einem jungen Adeligen, der vor seinem Vater endlich bestehen möchte, erreichen die Krieger den Hof des armen Bauern Halsand und seiner Familie. Für Halsand bietet sich nun eine willkommene Gelegenheit. Wenn er die ortsunkundigen Krieger zu ihrem Sammellager führt, kann er einen Lohn ernten, der ihn einige Sorgen vergessen lassen wird. – Sofern er lebend zurückkehrt.

Der erste Band der Warcaft Legends nimmt den Leser mit vier vollkommen verschiedene Geschichten auf die Reise nach Azeroth. Hier geht es nicht um die großen Krieger und Könige, nicht um namhafte Helden, sondern um den Zwerg, den Menschen, den Gnom von nebenan.

In der Auftaktgeschichte Der Gefallene beschwört Autor Richard A. Knaak Grusel und Dramatik. Ein jeder sollte bei seinem Volk Hilfe finden können. Die Tauren sehen das anders. Für sie ist Trag Highmountain, die Hauptfigur, jemand, von dem Gefahr ausgeht, dem in seinem untoten Zustand nicht zu trauen ist. Die wuchtigen Zeichnungen von Jae-Hwan Kim unterstreichen das Schicksal des Tauren hervorragend. Tauren strahlen große Kraft aus, mehr noch als Orcs. In feinen Grauabstufungen und großen Kontrasten kommt hier die Urgewalt der Tauren ans Licht, wie auch die Naturverbundenheit durch das urwüchsige Element eine Rolle spielt.

Da der Leser hier bereits mit dem Tod im Warcraft-Universum in Verbindung kam – wie eigentlich in jeder Geschichte – wiegen die Schicksale in der folgenden Geschichte Die Reise noch einmal schwerer. Das Zeichenduo, bestehend aus Mi-Young No und Mi-Jung Kan, verfolgt einen Stil, der eindeutig am Manga (bzw. hier Manhwa gemäß der europäischen Leserichtung) angelehnt ist und so einen Kontrast zu den Grafiken von Jae-Hwan Kim bildet. No und Kan teilen sich die Arbeit. No bestreitet die Figuren, den Vordergrund, während Kan die Hintergründe anfertigt. Durch diese Arbeitsteilung werden die Bilder nicht nur aufwändiger, sondern auch deutlich feiner, zerbrechlicher. Die Zeichner stellen den Unterschied der fein gemalten Krieger und der scheußlich dargestellten Verseuchten besonders heraus. Eine gelungene Geschichte, wenn auch das Ende etwas zu plötzlich kommt und zu schnell abgehandelt wird.

Viel mehr Komik bietet die Geschichte Wie man beliebt und einflussreich wird um den Gnom Lazlo. Nach zwei sehr tragischen Handlungen kann sich der Leser bei der Geschichte von Dan Jolley schmunzelnd erholen und sich mit Lazlo freuen. Deutlich amerikanischer gezeichnet hat die Gnomfigur von Carlos Olivares einen richtigen Knuffelcharakter. Olivares hat außerdem ein Händchen für leicht durchgeknallte Fantasy-Figuren, wie er mit dem Auftritt des Trolls beweist.

In der abschließenden Geschichte Ein ehrliches Geschäft von Troy Lewter ist wieder Schluss mit lustig. Eine Rache will endlich erfüllt werden. Ein Zwerg hat mit einem ganz bestimmten Orc noch ein Hühnchen zu rupfen. Ein düsterer Abschluss der vorliegenden Erzählungen, ähnlich traurig wie Die Reise.

Das Warcraft-Universum ist ein lebensfeindliches Gebiet für jene, die darin leben. Düster, dramatisch, voller Action geben sich die einzelnen Geschichten, die von unterschiedlichen Autoren und Zeichnern vorgelegt werden. Nur eine etwas humorvollere Variante bringt Licht ins Dunkel von Azeroth. Fantasy-Fans können diese Geschichten ohne jegliche Kenntnis über Warcraft genießen. 🙂

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