Eine Sportübertragung im Fernsehen – genauer ein Endspiel der Computerspieler – und eine Platte mit fettigem Essen, eine Flasche Bier, was will der Mensch, Verzeihung, der Homer mehr? Vielleicht ein neues verbessertes Bier? Als Homer die Reklame zum neuen verbesserten Duff im Fernsehen sieht, ist es jedenfalls gleich um ihn geschehen. Was könnte schöner sein als eine verbesserte Variante seines heiß und innig geliebten Getränks?
Sogleich macht er sich auf den Weg, den neuen Nektar auszuprobieren, der angeblich – so der Werbespruch – auf kaltem Feuer gebraut worden sein soll. Doch wie Lisa so treffend feststellt: Das ergibt keinen Sinn. Bald muss auch Homer einsehen, dass eine Verbesserung eines Produktes nicht unbedingt eine wirkliche Verbesserung sein muss. Das neue verbesserte Duff schmeckt grauenhaft.
Was tun? Heißt es nicht, dass der Verbraucher eine gewisse Macht besitzt? Bei der nächsten Sitzung der Duffco-Aktionäre macht sich Homer daran, diese These auf die Probe zu stellen. Und …
Bier!!! Das Getränk des Mannes, nicht Whisky, schon gar nicht Wein, nein, Bier! Dunkles, helles, irgendwelche farblichen Zwischentöne – nur nicht mit Limonade gemischt oder gar flavoured mit irgendeinem Knös – Hauptsache, Bier!!! Diese Vorstellung ist nicht amerikanisch, sie ist mannisch (vielleicht auch manchmal manisch, wer weiß?) Und doch gibt es immer wieder einmal irgendwelche besonderen Ultraschlauen, die meinen, sie hätten den besseren Geschmackssinn und müssten etwas besonders gutes noch besser machen.
Das kann ja nur schief gehen. Homers zarter Geschmackssinn verträgt diese Neuerung jedenfalls nicht: Das kann kein Duff sein! Das schmeckt ja wie Spucke!
So wird dank Erzähler Chuck Dixon aus einer Geschmacksverbesserung eine Odysse um die Welt. Vier Männer, beseelt vom Gedanken auf eine bessere Bierzukunft, machen sich auf, um den wahren Vater von Duff zu finden, der von den neuen Firmenchefs gefeuert wurde. Aus Homer wird Primat der Karibik und gleichzeitig entsteht so ein albernes Feuerwerk, wie es lange nicht mehr bei den Simpsons zu lesen war – ja, es gibt noch Steigerungen!
John Costanza scheint dieses Abenteuer sehr gemocht zu haben. Darf er doch Homer auf Indiana Jones’ Spuren schicken und kleine Männer mit Speeren auftreten lassen, deren Auftritt an die Ewoks erinnert. Da man gerade auf einer Insel ist, kann in einer weiteren Anspielung auch gleich Lost herangezogen werden. Zeichnerisch gibt es (wieder einmal) nichts zu bemängeln. Die Simpsons schauen aus wie immer. Als Leser fühlt man sich wie zuhause.
Mehr Action, mehr Anspielungen, weniger Bier: Ein neuer kleiner Höhepunkt der Reihe. Wenn Homer eine Reise tut – auch noch für einen guten Zweck: Bier – dann möge das Chaos zu uns kommen. Perfekter Spaß aus dem Hause Groening. 🙂