Die Geräte funktionieren alle nicht richtig. Dabei sollte die neue Ausrüstung aus dem Hause Zinco doch die Arbeit der Einsatzteams erleichtern und nicht erschweren. Aber Verbindungen – wichtige Verbindungen – werden nicht hergestellt, ein Rauschen ertönt und die Teams vor Ort sind vollkommen auf sich gestellt. Für Hellboy ist das nichts Neues. Schließlich geht er auch lieber alleine vor, denn so kann er ungehemmt und ohne Rücksicht auf Verluste einfach alles kaputt machen. Wo alles in sich zusammenbricht, kommt wenigstens nichts auf die Beine.
So legt Hellboy eine kleine Zeitbombe. Sehr zum Verdruss seines Chefs Manning, der wieder einmal einen Herzinfarkt fürchten muss, weil der Welt bester paranormaler Ermittler nur Kleinholz hinterlässt. Aber es ist ihm nicht zur Gänze anzulasten, da auch Rasputin seine Vorkehrungen getroffen hat, um dem Abtrünnigen, der der Baba Jaga ein Auge nahm, das Handwerk zu legen und das Leben zu nehmen.
Die Kreise schließen sich. An allen Fronten entstehen gleichzeitig Brandherde. Hellboy und seine Freunde haben alle Hände voll zu tun. Hellboy, gesprochen vom Horror-erfahrenen Tilo Schmitz, sieht sich plötzlich mit mehr als nur einer Vampir-Angelegenheit konfrontiert. Denn Giuresco, der ehemalige napoleonische Offizier, den sogar die Nazis für ihren Vampirsturm rekrutieren wollten, hat eine prominente Mutter: Hekate, die Göttin mit dem Schlangenleib. Nach vielen aufregenden Momenten in diesem zweiten Teil von Der Teufel erwacht wird man als Hörer einerseits gefangen genommen von gruselig traurigen Klang von Elga Schütz (Hekate), andererseits reißt einen das freche Mundwerk Hellboys wieder in die humoristische Ecke – eine Besonderheit der Reihe allgemein, die hier sehr gut eingefangen wird.
Wie aus Freunden Feinde werden, wenn ein Dritter intrigiert zeigt das Verhältnis der beiden deutschen Wissenschaftler Krönen (Peter Woy) und Kurtz (Helmut Gentsch). Krönen, elektronisch verzerrt gesprocen, um den Klang hinter einer Gasmaske hervor zu simulieren, begehrt gegen Kurtz auf, da dieser den furchtbaren Kopf von Wissenschaftlerkollege Von Klempt wieder zum Leben erweckt hat. Eingesperrt in ein gläsernes Gefäß – genauer: dort konserviert und frisch gehalten – klingt die Stimme von Gastsprecher Hennes Bender etwas dumpf aus dem Hintergrund. Die meisten Hörer werden Hennes Bender als Comedian aus Bochum kennen, der durch seine hektische Vortragsweise bei zahlreichen Bühnen- und Fernsehauftritten (wie z.B. in Nightwash) sein Publikum begeistern konnte. Auch hier hat er sichtlich Spaß an seiner ungewohnten Rolle.
Tragisch und schaurig anzuhören ist das Schicksal von Ilsa Hauptstein, gesprochen von Katinka Springborn. Bisher konnte sie ihre Brutalität unter Beweis stellen, ein herrisches Gebaren, dann eine verzweifelte Liebe, ihre Hinwendung zu Giurescu, dem Vampir. Hin und her gerissen zwischen der Liebe und der Loyalität zu ihrem Meister Rasputin vertraut sie schließlich den Versprechungen des Mannes, der bereits tot war und ihr ein wenig die Furcht vor demselben nehmen kann.
Ein Geschenk der Baba Jaga wird zu Ilsas Schicksal. Wer die Comics nicht kennt, dem soll auch nichts verraten werden. – Einzig soll gesagt sein: Bei der Vorstellung dieses Schicksals wie auch der akustischen Umsetzung, sträuben sich einem die Nackenhaare.
Eine überaus gelungene Fortsetzung mit vielen Höhepunkten und Knalleffekten, die auf das Konto von Hellboys Holzhackermentalität gehen. Sobald Tilo Schmitz im wiederkehrenden Vorspann seine Zigarre pafft (wunderbarer Einfall) gibt es kein Entkommen mehr. Klasse. 🙂
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