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Comic Blog


Mittwoch, 13. August 2008

Conan 7 – Der rote Priester

Filed under: Abenteuer — Michael um 13:32

Conan 7 - Der rote PriesterDas Lebenselixier wurde entwendet. Voller Erstaunen hört der Priester, dass ein Cimmerier für den Diebstahl verantwortlich ist. Nestor, der Gundermann, hat sich dem Fluch des Priesters entgegengestellt und Conan nicht getötet. Unbemerkt zieht sich die Schlinge um die beiden Freunde zusammen. Dabei bilden die beiden die richtige Kumpanei, um sich durch das Leben zu schlagen. Während Conan in einem Ring dem Publikum einen guten Kampf gegen einen Koloss von Gegner bietet, räumt Nestor mit seinen Tricks den Zuschauern die Taschen leer.

Cary Nord ist wieder am Werk. Sein muskelbepackter, impulsiver, auch rachsüchtiger Barbar gehört sicherlich zu den besten Comic-Varianten von Conan (immer erst nach John Buscema natürlich). Aber – und das zeigt sich hier im vorliegenden Band ganz besonders – seine Bilder bedürfen eines guten Koloristen. Daran hapert es in der einen oder anderen Episode.

Zu Beginn, in den ersten beiden Episoden, die zur großen Geschichte Der rote Priester hinführen, ist die Kolorierung perfekt. Milchig, pastellartig aufgetragen, mit ein wenig Gesprenkel und einigen fetten Farbstrichen wird ein echter Farbauftrag simuliert. Doch dann mehren sich die fetten Striche, die zwar von einem guten Farbgefühl zeugen, aber technisch etwas unelegant wirken. In den letzten beiden Kapiteln wirken die Bilder wie gewohnt. Richard Isanove (jüngst können seine Arbeiten bei Der dunkle Turm bewundert werden), der Kolorist, hatte zwischendurch entweder einen schlechten Tag oder nur sehr wenig Zeit.

Mit den Geschichten Das Rattennest und Das Labyrinth findet wieder eine Wende in Conans Leben statt. Nestor, der Gundermann, der den Barbaren verraten sollte, hat vor einiger Zeit von seinem schändlichen Plan abgelassen und ist Conan seither ein guter Freund. Freilich haben andere Nestor den Verrat des Verrats nicht verziehen. Und wie in jeder Schwert und Magie-Geschichte gibt es dafür nur eine Strafe.
Und wer Conan kennt, weiß auch, wie dieser auf den unfreiwilligen Tod eines Freundes reagiert.

Allerdings besinnen sich nicht alle auf die Werte der Freundschaft. Conan hatte nicht oft ein gutes Händchen für Frauen. So ist es Jiara, die ihn schließlich verrät. Mit dem Kapitel Mörder vor der Tür startet eine vierteilige Geschichte mit der Überschrift Der rote Priester. Diese Geschichte aus der Jugend Conans gehört zu den Klassikern aus dem Leben des Barbaren. Mit der erfolgreichen Verfilmung Conans (mit Arnold Schwarzenegger) erhielten diese Geschichten neue Aufmerksamkeit. In dem Band Conan sind Der Turm des Elefanten, Die Halle der Toten, Der Gott in der Schale und eben Der rote Priester versammelt, alles Geschichten, an denen Robert E. Howard, der Erfinder Conans, noch persönlich schrieb.
Diese Klassiker fanden bisher alle eine Comic-Umsetzung.

Der rote Priester ist das Ziel eines Mordauftrages, den Conan im Gegenzug für seine Befreiung aus dem Gefängnis ausführen will. Ein Priester mehr oder weniger, darauf kommt es ihm nicht an. Doch aus diesem Auftrag wird mittels eines ganz einfachen – und dennoch genialen – Kniffs eine höchst unheimliche Handlung, die schließlich in einem Zweikampf von Titanen mündet.

In einem Rückblick wird die Herkunft des Wesens geschildert, das Conan und allen anderen hier das Leben schwer macht. Dieser kleine Einschub ist faszinierend und könnte allein als Basis für mehrere Geschichten dienen. Conan, von Timothy Truman, sehr schön für den Comic adaptiert, tritt schließlich gegen dieses urzeitliche Wesen an, nicht mehr Affe, aber auch noch nicht ganz Mensch. Diese Szenen mit Thak, der Name des Wesens, den sein Herr der Priester ihm gab, sind hochgradig spannend, da vieles an der Seite der Protagonisten nur hilflos beobachtet werden kann. Nach kurzer Zeit ahnt man, was Conan erwartet und Robert E. Howard hat mit Thak einen Gegner entworfen, der Conans letzter hätte sein können.

Eine grandiose Geschichte mit einer ganz einfachen Struktur, diese aber ist so spannungsgeladen und unterschwellig gruselig, wie es eigentlich nur noch mit der Geschichte um den Elefantenturm gelungen ist. Perfekte Conan-Unterhaltung! 🙂

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