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Comic Blog


Montag, 11. August 2008

Cyberforce – Sonderheft 1: Ripclaw

Filed under: SciFi — Michael um 17:48

Cyberforce - Sonderheft 1: RipclawRobert Bearclaw kriecht aus seinem Schwitzzelt in den Schnee hinaus. Unbekannte Stimmen reden mit ihm. In der Wildnis von South Dakota erhält Robert einen Auftrag, der ihn zwei Monate später nach Japan führt. Als er in einer Bar nach Boss Yamamoto fragt, richten sich die Waffen von drei dutzend Männern auf ihn. Niemand der Männer konnte ahnen, wer ihnen da gegenübertritt, aber der Namen, der mit bürgerlichem Namen Robert Bearclaw heißt, kennen seine Feinde auch unter dem Namen Ripclaw. Der Mann, dessen Finger zu stählernen Klauen werden können, hinterlässt in der Bar ein Schlachtfeld.

Robert setzt seinen Weg per Aufzug fort. Die Fahrt führt nach unten. Von Ebene zu Ebene muss er sich vorarbeiten. Nummer 9 erstattet seinem Herrn Bericht. Längst ist er von dem Eindringling, den er auf den Überwachungskameras gesehen hat, beeindruckt. Selbst Ninjas können ihn nicht aufhalten. Nummer 9 bleibt keine andere Wahl. Er muss sich dem Eindringling selber stellen.

Jason Aaron hat Ripclaw hier eine Einzelepisode beschert, die auch einem Wolverine gut zu Gesicht stehen könnte. Ripclaw steht als Indianer in engerem Kontakt zur Natur und zur Geisterwelt, als es bei normalen Menschen der Fall ist. Ganz besonders für jene Geister, die noch eine Rechnung beglichen sehen wollen, bevor sie endgültig zur Hölle fahren, ist Robert Bearclaw der ideale Rächer.

Ganz so wie sein Pendant aus dem Marvel-Universum redet Ripclaw nicht viel. Und selbst bei den japanischen Gangstern sind unnütze Worte verpönt. Ripclaw richtet in der Bar gleich zu Beginn ein Massaker an. In einer Mischung aus Quest, einer Mutprobe, wie sie auch auf der Suche nach dem goldenen Kind absolviert werden musste, und einer geisterhaften Atmosphäre hetzt Jason Aaron seinen Helden durch eine halb reale Welt und einer Sphäre, in der nur Ripclaws Vorstellungskraft funktioniert.

Drastischer als der geschriebene Weg von Ripclaw ist die Umsetzung durch Jorge Lucas (Zeichner) und Studio F (Farben). Die Bilder nehmen kein Blatt vor den Mund, Gewalt wird ungeschminkt dargestellt. Die Endresultate ebenso wie Ripclaws Geistererscheinungen sind nichts für jedermann, jeden Comic-Leser.
Jorge Lucas beherrscht einen zeichnerischen Stil, der zwischen Tony Moore (The Walking Dead) und Frank Quitely (All Star Superman) angesiedelt ist. Beide arbeiten sehr fein, sehr exakt und scheuen auch vor Details nicht zurück. Hier sind es einerseits größere Menschenansammlungen, andererseits aber auch eine Fülle an Gegenständen, die Lucas gerne und viel zur Gestaltung der Bilder wählt.

Allerdings erfolgt der Detailreichtum auch gerade so sehr, wie es zur Gestaltung eines Bildes notwendig ist. Im Hintergrund eines Bildes – dessen Vordergrund hier verschwiegen werden soll, weil es sonst zuviel verraten würde – finden sich zwei japanische Gemälde, die eigentlich nicht nötig gewesen wären. Sie werden praktisch zum Hingucker, bilden eine Art schönes Gegengewicht.
Das Zusammentreffen zwischen Ripclaw und Boss Yamamoto wird auch Dank der Farbgebung zu einem dramatischen Finale. Das Gesicht des Gangsterbosses ist besonders gut herausgearbeitet, beinahe zu gut, um nicht ein reales Vorbild zu haben.

Wenn der Postmann nicht klingelt: Ripclaw als Überbringer schlechter Nachrichten. Wer es voller Action mag und sehr rasante Geschichten (wie bei Wolverine und seinen Japan-Abenteuern), der liegt hier richtig.

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