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Comic Blog


Freitag, 07. September 2007

Aldebaran – Die Katastrophe

Filed under: SciFi — Michael um 14:27

Aldebaran 1 - Die KatastropheEs ist ein ganz normaler Tag auf Aldebaran. Das Wetter ist schön, die Schule macht auf ihre Weise Spaß, das Meer ist blau. Der Tod des Nestor, eines großen Meereslebewesens, das auf den Strand hinaufkriecht, beunruhigt die Bewohner des kleinen Dorfes doch ein wenig.
Die Vorfälle, anfangs als merkwürdig, aber doch eher bedeutungslos eingestuft, mehren sich. Fischer ziehen einen toten Tiefseefisch aus dem Meer. Leider können sie ihren wichtigen Fund nicht mit an Land ziehen. Ein Fremder verunsichert die Menschen im Dorf schließlich, aber sie weigern sich schlichtweg ihm zu glauben.

Die These: Ein großes Lebewesen ist auf dem Weg in ihre einsame Bucht. Bevor es kommt, finden immer Umweltveränderungen statt, die direkte Auswirkungen auf Fauna und Flora haben. Die Probleme der Fischer sind für die Jugendlichen des Dorfes zweitrangig. Marc schlägt sich eher damit herum, dass Nellie seine Einladung zum Tanz nicht annimmt. Die offensichtliche Bewunderung ihrer kleinen Schwester Kim ist ihm keinerlei Trost. Gwendoline, eine Journalistin, aus der weit entfernten Stadt, die wenig später im Dorf erscheint, gefällt ihm schon mehr.

Gwendoline ist nicht zufällig in dieser Gegend. Sie folgt einem Mann, der immer dann erscheint, wenn wenig später eine Katastrophe bevorsteht. Gwens Aussagen scheinen zu stimmen, denn kaum befindet sich Marc mit ihr in einem kleinen Boot auf dem Meer, verfestigt sich das Meer. Gwen und Marc gelingt gerade noch die Flucht, bevor sie eine weitere seltsame Beobachtung machen können.
Als sie kurze Zeit darauf in Begleitung in das Dorf zurückkehren, hat das Schicksal wieder zugeschlagen. Gwen, Marc, Nellie und Kim können nur hilflos mit anschauen, wie Herr Keller, Nellies und Kims Vater, in einer seltsamen sumpfigen Masse zu Tode kommt.

Aldebaran – Die Katastrophe bildet den Auftakt zu einer fast schon episch zu nennenden Science Fiction-Erzählung von Zeichner-As Leo. Das Besondere an der Geschichte ist der einfache Realismus. Fauna und Flora dieses fremden Planeten sind zwar dem der Erde ähnlich und doch finden sich fremdartigen Elemente, die den Leser immer wieder aufs Neue faszinieren können. Leo gestaltet seine Tier- und Pflanzenwelt auf so schlichte Weise, dass sie beinahe existent sein könnten.

Es beginnt mit einem Nestor, einem walähnlichen Wesen mit Armen anstelle von Brustflossen. Jeder, der die Nachrichten in den vergangenen Jahren verfolgt hat, kann die Tragödie eines Meereswesens nachvollziehen, das mehr oder weniger unverschuldet an einem Strand durch sein eigenes Gewicht qualvoll erstickt. Hier ist es der Vorbote einer Tragödie und eines Geheimnisses, das von Geschichte zu Geschichte immer größer wird.

Leo erzählt seine Geschichte anhand des Schicksals von Marc und Kim, zwei Jugendlichen, die sich zuerst nicht so recht ausstehen können (obwohl sich Kim in ihrem kindlichen Gemüt zu Marc hingezogen fühlt). Durch die Augen der beiden lernt der Leser den Planeten und die Kultur der menschlichen Siedler kennen.
Neue Bekanntschaften, einerseits geheimnisvoll, andererseits skurril, tragen zur Atmosphäre bei. Hier sei besonders der alte Herr Pad erwähnt, der wie ein kleiner Gauner ausschaut (der er auch ist), aber trotzdem immer zwischen dem Wunsch Profit zu machen und seiner Gutmütigkeit hin und her gerissen wird. Beeindruckend außerdem, wie er sein gesammeltes Wissen geschickt anzuwenden weiß, um sich so ein ums andere Mal durchzumogeln.

Leo arbeitet hier nicht nur als Erzähler, sondern auch als Zeichner, der noch ganz klassisch mit Bleistift, Tuschen und Malfarben arbeitet. Das Ergebnis ist organisch und doch sehr genau. Leo scheint sich auf alles, was die für Gestaltung einer lebendigen Umgebung wichtig ist, mit einer absoluten Versiertheit zu verstehen. Einzig mag man ihm ankreiden, dass seine schönen Menschen manchmal zu schön sind. Doch dieser Unrealismus sei ihm verziehen im Sinne einer wirklich ungewöhnlichen Geschichte, die sehr sorgfältig und viel Sensibilität für seine Hauptfiguren erzählt wird.

Ein toller Science Fiction Auftakt, ruhig erzählt, durchbrochen von spektakulären Ereignissen und zusammengehalten von einem geheimnisvollen roten Faden, dem der Leser von Seite zu Seite neugieriger folgen kann. 😀

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