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Comic Blog


Sonntag, 18. September 2005

Alle heulenden Höllenhunde!

Filed under: Cartoon — Michael um 17:53

Tim und StruppiHunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde! Hagel und Granaten! Kaffern! Lumpen! Geistige Tiefflieger! Habenichtse! Doppelmissgeburten! Saubande! Vampire! Rohlinge! Fuseleulen! Banditen! Hanswürste! Mörder! Blindgänger! Einfaltspinsel! Pfeffersäcke! Zulukaffern! Analphabeten! Hinterwälder! Waschlappen! Pantoffeltierchen! Lausejungen! Pestbeulen! Ikonoklasten! Hunderttausend eiternde Pestbeulen! Freibeuter! Piraten! Patagonier! Antipoden! Teppichhändler! Kleptomanen! Dreckiges Drecksland! Süßwassermatrose! Rennfahrer! Straßenschreck! Zum Kuckuck! Donnerkiel! Blutsauger! Menschenfresser! Bahnhofspenner! Gauner! Paviane! Sie Mückengehirn in Aspik! Angeber! Egoist! Troglodyt! Pennbruder! Stinktiere! Ausbeuter! Rüpel! Lümmel! Anthropophage! Sie wild gewordener Straßenfloh! Sie fehlgeleitete Rakete!

Dieser kleine Auszug von Kapitän Haddocks Schimpfworten ist dem neuesten Band der Bild Comicbibliothek entnommen. Aus heutiger Sicht lässt sich bestimmt sagen, dass so manches Wörtchen nicht mehr politisch korrekt ist.
Aber Tim und Struppi gehören zweifellos zu den Comics, die wegen der Einbindung von kulturellen und politischen Gepflogenheiten Kinder ihrer Zeit sind.

Der vorliegende Sammelband Bild Comic-Bibliothek 8 – Tim und Struppi vereint die Geschichten Die sieben Kristallkugeln, die darauf aufbauende Handlung Der Sonnentempel und Der Fall Bienlein.
Die ersten beiden Geschichten erfuhren 2001 in Belgien auch eine Musical-Umsetzung. (Vielleicht gibt es auch noch jemanden, der verschiedene der feinen Hörspielumsetzungen von Tim und Struppi unter dem maritim-Label sein eigen nennt.)

Die Auswahl dieser Geschichten ist Abenteuer pur. Wer cineastisch interessiert ist, mag sich fragen, wer hier alles bei Tim und Struppi abgeschaut hat. Der gruselige Auftakt mit den sieben Kristallkugeln erinnert an spätere Verfilmungen um Mumien. Die Abenteuer in Peru (Der Sonnentempel) lassen Indiana Jones ziemlich alt aussehen. Die vielen Agenten, Mordanschläge und die Hubschrauberverfolgungsjagd im Fall Bienlein schaffen eine ordentliche James Bond Atmosphäre.
Was Tim und seine Freunde aber allen ihren möglichen Vorgängern und Nachfolgern voraushaben, ist der wirklich wunderbare Humor.
Ich weiß nicht, ob hier die beste Auswahl getroffen worden ist aus den zahlreichen Abenteuern, die mit diesen tollen Charakteren zur Verfügung stehen. Das mag jeder für sich selbst beantworten. Ich finde aber, dass eine gute Auswahl getroffen wurde.

Professor Bienlein ist für mich schlicht eine tolle Figur. (Er gefällt mir besser als der vergleichbare Graf von Rummelsdorf, der eine ähnliche Genialität und Verwirrtheit aufweist.) Als Leser werde ich des Running Gags um seine Schwerhörigkeit nicht überdrüssig – auch nach mehrmaligem Lesen nicht. Nicht zu vergessen: das Pendeln. Jene doch merkwürdige Lösungsfindung ergreift schließlich auch Schultz und Schulze. Allerdings geht es bei den beiden ordentlich daneben. Zwar können sie ausmachen, in welcher Höhe sich Tim und Haddock befinden, nur sind sie stets auf dem völlig falschen Kontinent unterwegs. – Ich würde sogar sagen, dass sie auf dem falschen Kontinent unterwegs sind. 😀

Als Leser könnte den Geschichten eine gewisse Naivität vorgeworfen werden. Es mag sein, dass dieser Aspekt ein Bestandteil davon ist. Doch bei unterhaltsamen Geschichten, die wirklich gut erzählt sind, damit sie sich einem wirklich breiten Publikum erschließen können, ist dies nicht selten der Fall.

Noch ein Wort zu den Zeichnungen: Die Welt rund um Tim und Struppi bietet einen ähnlichen Rückblick, wie es Filme der 40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts heute leisten. Unabhängig davon, ob einem die Geschichten gefallen, lassen sich in der Darstellung viele liebevolle Details entdecken. Hier ragen natürlich die Fahrzeuge heraus, deren Darstellung besonders zum altmodischen Flair beiträgt. 😀

Freitag, 16. September 2005

Von Rittern und Wespen

Filed under: Cartoon,Webcomics — Michael um 19:56

RittercomicBereits von 2001 ist der preisgekrönte Comic Wespen-Joe von Gerhard Korge. Der in Flash aufbereitete Comic zeigt auf sehr schöne Weise, wie Flash den Online-Comic unterstützen kann. Wenn der Kuchenalarm losgeht und die Wespen sich an die Arbeit machen, dann ist das immer noch klasse. Gerhard Korge ist da wirklich eine feine zeitlose Unterhaltung gelungen. (Und nicht vergessen, mit dem Mauszeiger über die Figuren zu fahren, sonst entgeht Euch etwas.)

Wer zu dem Zeitpunkt noch nicht genug gelacht hat, sollte per Zufallsgenerator in die anderen Online-Comics einsteigen. Das kleine Beziehungsdrama um Die drei Wünsche mit Willy Wechselstrom ist nicht nur komisch, ich möchte auch behaupten, es bewegt sich knapp an der Realität vorbei. 😀

Sollte der Besucher dann immer noch nicht genug gelesen haben, kann er noch bei dem Seitencomic nachschauen und sich die Karikaturen zu Gemüte führen.
Eine Homepage, die viel Unterhaltung für den Comic-Interessierten bietet. Unter www.rittercomic.de geht es los. 😀

Montag, 12. September 2005

Vorstrafen sind gut fürs Image

Filed under: Cartoon,Webcomics — Michael um 20:05

ToonfugWenn Klein-Eminem und Klein-Daniel in einer Klasse sind, kann alles passieren. Das im Titel angeführte Zitat von Klein-Eminem trifft den Charakter der kleinen Schulserie auf www.toonfug.de: Anarchie! 😀
James Brown kommt als Direx daher in dieser MAD’s Junior-Promi-High-School und spätestens wenn Madonna den Unterricht übernimmt, folgen klassische Brüller. Macher Thomas Braun hat hier mit seinen Kumpels Ralph Ruthe, Thomas Milse und Sven Strangmeyer einen schönen Job gemacht.

Wer dann noch nicht genug gelacht hat, findet noch reichlich Komisches bei den Cartoons. Nicht vergessen werden darf Star-Court: Britney, Sarah oder Demi und andere vor Gericht der gnadenlosen Richterin, das hat was! 😀 Außerdem zeigt Eminem auch hier sein wahres Gesicht!

Reinschauen, es lohnt sich. 🙂

Freitag, 09. September 2005

Krieg der Welten

Filed under: SciFi,Webcomics — Michael um 17:08

War of the worldsWer ältere Themen mag, die eher einen zeitlich viktorianischen Charakter haben, der wird sich bestimmt über diese kleine Online-Serie des Dark Horse Verlages freuen: War of the Worlds.

Die Serie von Ian Edginton und D’Israleli besitzt richtigen Charme. Inzwischen gibt es bereits 70 Seiten Lesestoff. Das reicht schon für ein paar ordentliche Schmökerminuten.

Die Außerirdischen sehen zwar aus wie kleine rosafarbene Pfannkuchen, aber ich finde diese Darstellung mal richtig frech und gut. 😀

Donnerstag, 08. September 2005

Ist es ein Flugzeug?

Filed under: Superhelden — Michael um 19:14

SupermanDie Ausgabe um Superman stellt den Beginn einer 20bändigen Reihe rund um die Comic-Klassiker dar. Interessant an dieser Stelle schon: Die Reihe nennt sich Klassiker der Comic-Literatur. Man lasse sich das letzte Wort auf der Zunge zergehen!

9 Geschichten quer durch das Zeitgeschehen von Superman sind im vorliegenden Band abgebildet. Einleitend wird textlich auf das Phänomen Superman eingegangen.
Superman, Geschichte Nr. 1, zeigt die Herkunft bzw. die Entstehung von Superman. Die Zeichnungen sind herrlich altbacken und geben unabhängig vom Thema einen schönen Einblick in die Comic-Geschichte allgemein. Doch damit nicht genug. Nach der allgemeinen Vorstellung (man beachte das furchtbare S auf Supies Brust) folgt die Geschichte mit dem ersten Auftritt von Lex Luthor.

Ab Die letzten Tage von Superman musste ich denn auch mal ein Wiedersehenstränchen verdrücken. Zeichner Curt Swan, der auch in den folgenden Geschichten Superman legt los! und Braucht die Welt einen Superman? für die Bilder verantwortlich ist, ist mir noch von den Taschenbüchern und Superbänden her bekannt. Selbst heute noch kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Swan (und sein Kollege Anderson) wussten, was sie taten.
Die Geschichte, in der Supie vor den Wächtern des Universums vor Gericht steht, erinnert von der Thematik an Tag der Erde. Hier wie dort greift Supie den Menschen zu sehr unter die Arme und nimmt ihnen so zuviel Verantwortung ab.

Mongul darf in einer Superman-Übersicht natürlich nicht fehlen. Der Kriegstreiber, der für den kurzzeitigen Tod von Supergirl verantwortlich war, gibt sich in Das Geschenk die Ehre.

Eine etwas neuere Geschichte Was ist so witzig an Wahrheit, Gerechtigkeit und dem American Way of Life? schließt den Band ab. Beinahe ist der Grundtenor der Handlung skandalös zu nennen, denn Supie steht vor der Wahl, selbst zu sterben oder seine Gegner zu töten. Diese treten ausgerechnet selber für das Gute ein, nur mit viel rabiateren Mitteln. Sie haben kein Problem damit, der Justiz Arbeit abzunehmen.

Insgesamt ist es sehr schön, dass auch die FAZ sich des Themas Comics annimmt (man weiß ja in diesen Tagen gar nicht mehr, wohin man vor lauter Comics schauen soll 😀 ). Das Format ist im Vergleich zur Bild-Reihe vielleicht nicht ganz so schön (ein fester Einband macht sich einfach besser, zumal sich beide Reihen preislich nicht viel tun). Dafür fällt die FAZ-Reihe länger aus. Und hier finden sich noch Ausgaben, die sich bestimmt lohnen werden. 😀

Dienstag, 06. September 2005

Spirou + Fantasio

Filed under: Cartoon — Michael um 21:50

Spirou + FantasioDer vorliegende Sammelband vereinigt drei Geschichten rund um Spirou, Fantasio, Pips und das Marsupilami.

Das Nest im Urwald
Im Straßenverkehr wundern sich Spirou und Fantasio über das rüde Verhalten einer Frau auf einem Motorroller. Die beiden wollen die junge Frau aufhalten und müssen erstaunt feststellen, dass sie zu ihnen unterwegs ist. Steffani hat eine Überraschung. Sie lädt die beiden zu einem Vortrag ein.
Spirou und Fantasio sind überrascht, denn der Vortrag zeigt einigartige Bilder über frei im Urwald lebende Marsupilami.
Steffani berichtet über die Werbung zwischen Männchen und Weibchen, das Jagdverhalten, den Nestbau und natürlich die Aufzucht der Jungen. Das Leben der Marsupilami ist gefährlich, aber stets sind sie ihren Verfolgern um eine Nasenspitze, oder besser, Schwanzspitze voraus.

Der Plan des Zykloptrop
Eine heimtückische Strahlung setzt Fantasio außer Gefecht und zwingt ihn dazu, in ein fremdes Auto einzusteigen. Dieses setzt sich denn auch gleich in Bewegung: ohne Fahrer. Zykloptrop hat es sich zum Ziel gesetzt, die Intelligenzen dieser Welt unter seinem Genie zu vereinen. Dazu hat er bereits überall auf der Welt Stützpunkte angelegt und Soldaten mittels seines Energiestrahls rekrutiert.
Auch Graf von Rummelsdorf, der Wissenschaftler, soll sich Zyklotrop anschließen. Aber dieser weigert sich schlichtweg, das Genie des einstigen studentischen Versagers anzuerkennen. Was Zyklotrop an Wissen fehlt, gleicht er durch Hartnäckigkeit wieder aus. Als er das Labor von Rummelsdorf verwüstet und Fantasio entführt, sehen von Rummelsdorf und Spirou ein, dass sie schnellstens etwas unternehmen müssen.

QRN ruft Bretzelburg
Der Hobbyfunker Bruno Ukaweh hat von König Ladislaus erfahren, dass dessen Land Bretzelburg in großen Schwierigkeiten steckt. Als Fantasio, von Bretzelburger Agenten fälschlicherweise für Ukaweh gehalten, in das ferne Land entführt wird, bleibt Spirou keine Wahl. Zusammen mit dem ängstlichen Ukaweh macht er sich auf, um Fantasio zu befreien.
Bretzelburg wird vom Militär beherrscht. Schon der Weg über die Grenze ist schwierig. Das Volk lebt in Armut. Kleidung wird sogar aus Papier gemacht. Die beiden Eindringlinge schlagen sich durch, denn die Zeit drängt. Fantasio wird bereits von Dr. Kilikil gefoltert.
Hilfe kommt von unerwarteter Seite. Das Marsupilami hat sich ganz allein nach Bretzelburg durchgeschlagen. Ihm gelingt es, Fantasio aus dem Kerker zu holen.

Ein Ausflug in die Kindheit
Andre Franquin soll zum Schluss an Depressionen gelitten haben. Ob er gewusst hat, wie viel Freude er seinen Lesern mit diesen Abenteuern gemacht hat? Als ich mit dem Lesen dieses Bandes begann, dachte ich: Das kennst du doch!
Dabei war ich sicher gewesen, dass mir nie ein Band von Spirou und Fantasio in die Finger gekommen war. Trotzdem konnte ich mit dem Nest im Urwald sofort etwas anfangen. Ebenso ging es mir mit Zyklotrop.

Der Comic ist nicht nur ein Ausflug in die Kindheit für mich gewesen, sondern er ist auch ein Ausflug in eine andere Ideenwelt, vielleicht sogar eine andere Mentalität. Schaut man sich als Leser die Geschichte um Zyklotrop an, werde ich unwillkürlich an die Fantomas-Filme mit Louis de Funes erinnert. Ähnlich überzogen, herrlich albern und abenteuerlich, das macht einfach Spaß und steht im besten Sinne für französisches Komödientalent.

Fantasio, der sich in Zyklotrops Organisation einschleicht, reicht zwar nicht an Jean Marais heran, der Fantomas hinterher spioniert, aber es ist komischer. Fantasios Haare, die sonst störrisch sind, weichen hier einer Glatze.
Die Gerätschaften Zyklotrops sind phantasievoll. Sie erinnern an tatsächliche Zukunftsvisionen der 50er und 60er Jahre, als tatsächlich geglaubt wurde, man werde in 50 Jahren den alltäglichen Verkehr in die Luft verlagern.

Die Geschichte um Bretzelburg hat aus heutiger Sicht von ihrem Hintergrund her eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Film Top Secret. Fast meinte ich, die Soldaten mit sächsischem Dialekt babbeln zu hören. Der Grundtenor, eine gewisse satirische Kritik, kann nicht geleugnet werden. Das Wettrüsten, die Gier der Waffenhändler, verhindert hier ein vernünftiges Leben der Einwohner.

Ein rundum gelungener Sammelband. Wer einen Einstieg in die Serie und seine Figuren finden möchte, kann hier getrost (und besonders zu diesem Preis) zugreifen. 😀

Samstag, 03. September 2005

Pulp Fiction für Erwachsene

Filed under: Comics im Film — Michael um 17:22

Sin CityMarv (Mickey Rourke) war zum ersten Mal glücklich. Eine Frau namens Goldie (Jaime King) hat sich ihm hingegeben. Zum ersten Mal gab sich ihm eine Frau hin. Wenig später ist sie tot. Ermordet. Nun ist die Polizei hinter ihm her, weil sie ihn für einen Serienmörder hält, der hinter Prostituierten her ist. Marv sucht die Wahrheit, doch bestimmte hochgestellte Persönlichkeiten wollen, dass er diese Wahrheit für sich behält.
Langsam kommt er dem Mörder auf die Spur. Kevin (Elijah Wood), ein kleiner flinker Killer, fängt die Frauen und frisst sie. Den Rest lässt er seinem Wolf, den er als Hofhund hält. Nach einer Reihe von Befragungen, die für die Befragten grundsätzlich tödlich enden, erreicht Marv den Drahtzieher Kardinal Roark (Rutger Hauer) und kommt in Teufels Küche.
Aber da ist ihm bereits alles egal.

Dwight (Clive Owen) mag es nicht, wenn Männer Frauen bedrohen. Deshalb will er etwas gegen Jackie Boy (Benicio Del Toro) und seine Kumpane unternehmen. Die Jagd geht nach Old Town, wo die Prostituierten gemäß eines Abkommens mit der Polizei regieren. Bevor Dwight die üble Bande fertig machen kann, haben Gail (Rosario Dawson), Miho (Devon Aoki) und die anderen Mädchen bereits die Lage unter Kontrolle.
Ehe Dwight sich versieht, hat Miho bereits nach bester Ninja-Manier mit den Gangstern aufgeräumt. Leider zu früh, denn wie es sich herausstellt, war Jackie Boy ein Cop. Das Abkommen wird brechen, die alten Zeiten werden zurückkehren, es sei denn, es gelingt Dwight, die Leichen verschwinden zu lassen.
Und das ist, wenn Gangster, Söldner und Cops hinter einem her sind, gar nicht so einfach.

Nach acht Jahren im Gefängnis erhält Hartigan (Bruce Willis) keine Briefe mehr von Nancy (Jessica Alba). Die Briefe des Mädchens, das er einst vor einem Vergewaltiger und Mörder rettete, sind das Einzige, was ihn am Leben erhält. Eines Tages kommen keine Briefe mehr. Hartigan wird halb wahnsinnig vor Sorge. Er geht den Deal ein, der ihm vor langer Zeit angeboten wurde und gesteht die Morde, die er nie begangen hat. Die Cops, die Medien haben nun einen Sündenbock. Hartigan kommt frei und macht sich auf die Suche nach Nancy.
Aus dem kleinen Mädchen ist eine Stripperin geworden. Als Hartigan die Bar betritt, erkennt er schlagartig seinen Fehler. Nach so langer Zeit hat er die Hintermänner zur letzten Zeugin geführt.
Der Sohn von Senator Roark (Powers Boothe) und wahrer Mörder weilt noch unter den Lebenden und will nach so vielen Jahren endlich seine Rache an dem alten Cop.

Pulp Fiction für Erwachsene.
Es ließe sich auch sagen: Wo Pulp Fiction die Gewalt der Phantasie des Zuschauers überlässt, schöpft Sin City aus dem Vollen. (Und Quentin Tarantino ist folgerichtig auch als Gast-Regisseur dabei.)
Wäre der Film nicht überwiegend in Schwarzweiß, wäre es eine ziemliche Blutorgie. Zumeist erfolgt die Darstellung des Blutes in gnädigem leuchtendem Weiß, manchmal aber auch in ziemlichem Rot.

Die Abstrahierung macht die Gewalt erträglich, verkehrt sie eine humoristische Ecke. In Sin City ist das Fehlen von Gewalt unnormal.

Frank Miller, der einen Gastauftritt als Priester absolviert (ausgerechnet!), orientiert sich mit seinem Film an den Geschichten von Hollywoods Schwarzer Serie, die in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts mittels fieser Gangster den Kinobesuchern das Gruseln lehrten. Wer einen Vergleich mit neueren Geschichten anstellen möchte, wird Ähnlichkeiten mit den Wirrungen und düsteren Charakteren in den Handlungen von James Ellroy finden können. Der Romancier, der Amerikas dunkle Seite in seinen Geschichten nach außen kehrt (L.A. Confidential), bewegt sich auf einem ähnlichen erzählerischen Level wie Miller.
Miller übertreibt nur noch ein bisschen besser.

Das Aufgebot der Schauspieler kann sich mehr als nur sehen lassen. Hatte die Batman Begins Verfilmung schon eine Menge Altstars auftreten lassen, trumpft Sin City noch einmal auf. Neben den gestandenen Schauspielern wie Bruce Willis, Benicio Del Toro, Clive Owen, Mickey Rourke (schönes Comeback) kommt die neue Garde mit Jessica Alba, Elijah Wood, Rosario Dawson zum Einsatz. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, treffen sich aus der ersten Riege der Nebendarsteller noch Schauspieler wie Powers Boothe, Michael Madsen und Rutger Hauer (einmal mehr als Ekel).
Das dürfte nicht mehr zu toppen sein.

Weitere Comic-Verfilmungen dürften es schwer haben, Allen voran der heiß erwartete Superman Returns (2006) von X-Men-Veteran Bryan Singer.
Und ich denke, es dürfte Sin City 2 auch schwer fallen seinen Vorgänger qualitativ wie optisch zu überholen. 😀